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Peter Münch, der einstige Sprecher der AfD-Hessen. (Archivbild)

Landespolitik

AfD in Hessen will Peter Münch rausschmeißen

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Zum dritten Mal versucht die AfD-Hessen, ihren einstigen Sprecher Peter Münch loszuwerden. Der bezichtigt diverse Mandatträger der Unfähigkeit.

Zum dritten Mal versucht die AfD-Hessen, ihren einstigen Sprecher Peter Münch loszuwerden. Der Bad Homburger geht davon aus, dass auch dieses Parteiausschlussverfahren scheitert. Er habe sich nichts zuschulden kommen lassen und nur gesagt, was auch andere in der AfD öffentlich oder im kleinen Kreis äußerten: „Viele Kandidaten im Bundestag und Landtag haben nicht die ausreichende Qualifikation.“ Die Bundestagsabgeordnete Joana Cota etwa. Die habe vorher als Feng-Shui-Beraterin gearbeitet.

Oder Klaus Herrmann, einer der beiden aktuellen Spitzenmänner in der hessischen AfD, der jetzt im Landtag sitzt. Der Polizist habe sich aus gesundheitlichen Gründen frühpensionieren lassen. „Es liegt nahe, dass er seinen Job noch hätte machen können, statt sich auf Kosten des Steuerzahlers auszuruhen.“ So manchem diene die Partei als Sprungbrett, auch ohne Ausbildung beruflich Fuß zu fassen, sagt Münch. Mit Kritik wie dieser müssten die Parteifreunde umgehen. Deshalb ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn anzustrengen, sei „Blödsinn“.

Der Landesvorstand äußert sich auf FR-Anfrage nicht zu dem Vorgang. Die Satzung schreibe vor, dass nur in Ausnahmefällen über „Ordnungsmaßnahmen“ öffentlich gesprochen werden könne, sagte Sprecher Robert Lambrou der FR auf Anfrage.

Das war der Fall bei dem Heusenstammer AfD-Stadtverordneten Carsten Härle, gegen den derzeit ebenfalls ein Parteiausschlussverfahren läuft. Da hatte die AfD Hessen Ende Januar offiziell mitgeteilt: „Herr Härle vertritt inhaltliche Positionen, die bei der AfD überhaupt nichts zu suchen haben.“ Der Heusenstammer hatte in digitalen Netzwerken ein Geschichtsbild verbreitet, in dem er unter anderem die Alliierten für den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verantwortlich machte. Er wird auch mehrfach in dem Verfassungsschutzberichten zur AfD zitiert.

Der Rechtsanwalt Münch gehört zu den Gründungsmitgliedern der AfD Hessen. Er ist Stadtverordneter und sitzt im Kreistag. Zeitweise sah es so aus, als ob er dort Karriere machen könnte. Der Wille zu einer Laufbahn als Politprofi war unübersehbar und ist womöglich immer noch vorhanden. Obwohl sein Stadtverband ihn in Abwesenheit als Fraktionssprecher abgewählt hatte und er beim Wiederholungsparteitag von der Liste der aussichtsreichsten Bundestagsplenardebatten geflogen war, blieb er im Geschäft. Er strebe nun ein Mandat als Landtagabgeordneter an, ließ er nach der Bundestagswahl wissen, damals noch Landessprecher. Zu dieser Zeit war bereits das erste erfolglose Parteiausschlussverfahren gegen ihn gelaufen. Er hatte beim Eintritt in die AfD seinen Austritt bei den rechtsradikalen „Republikanern“ zeitlich nach vorne verlegt. Ein Versehen, wie er der FR versichert. Das zweite Mal habe der Vorstand ihn Ende 2017 loswerden wollen, sagt Münch. Zuvor hatte er den AfD-Bundestagsabgeordneten Albrecht Glaser wegen des Verdachts auf Untreue in seiner früheren Amtszeit als Frankfurter CDU-Stadtkämmerer angezeigt.

Das aktuelle Verfahren hat Münch per Facebook öffentlich gemacht. Er müsse seinen Parteifreunden und Anhängern die Neuigkeit mitteilen, sagt er. „Aus der innerparteilichen Diskussion bin ich ja ausgeschlossen.“

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