Rhein-Main: Zahl der Passagiere sinkt um ein Prozent

Flughafen-Chef Wilhelm Bender ist dennoch "alles in allem zufrieden" / 295 Beschäftigte mehr als 2002 bei Fraport

Von WOLFGANG SCHUBERT

Frankfurt · 13. November · Nach 48,5 Millionen Passagieren im vergangenen Jahr rechnet Konzernchef Bender für das laufende Jahr mit einem leichten Minus von etwa einem Prozent. Angesichts des schwierigen Marktumfeldes mit dem Irak-Krieg, der Lungenkrankheit Sars sowie der weltweiten Wirtschaftsflaute könne Fraport mit den Ergebnissen "alles in allem zufrieden" sein.

In den ersten drei Quartalen lag das Passagieraufkommen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres sogar um 1,3 Prozentpunkte niedriger. Aufgrund der Aufwärtsentwicklung im Oktober mit einem Plus von 2,4 Prozent und den erfahrungsgemäß guten Monaten November und Dezember werde das Jahresergebnis allerdings besser aussehen, sagte Bender. Der Fraport-Manager sieht auch "positive Zeichen für eine nachhaltige Verkehrsbelebung".

Als Gründe nannte er steigende Buchungszahlen beim Touristik-Konzern TUI für die Wintersaison, den zunehmenden Einsatz größeren Fluggeräts durch die Airlines sowie das Plus bei der Luftfracht in den ersten drei Quartalen um immerhin 2,9 Prozent. Bender: "Die meisten Marktteilnehmer halten die Talsohle für durchschritten und gehen davon aus, dass man in absehbarer Zeit an das stetige Wachstum der Jahre vor 2001 anknüpfen werde."

Nach oben zeigen am Standort Frankfurt auch die Beschäftigten-Zahlen. Im Konzern standen nach Angaben Benders 295 Männer und Frauen mehr auf der Gehaltsliste als im Jahre 2002. Diese vom allgemeinen Trend mit Personalabbau abweichende Entwicklung zeige, "wie wichtig der Flughafen gerade in der derzeitigen konjunkturellen Entwicklung ist", so der Fraport-Vorstandsvorsitzende.

Scharf kritisierte Bender das Kelsterbacher Chemieunternehmen Ticona wegen dessen "ungewöhnlicher Allianz mit Umweltschützern und anderen Gegnern des Flughafen-Ausbaus". Während die Werksleitung im Jahre 2001 im Genehmigungsantrag für eine neue Produktionsanlage keinen Sicherheitskonflikt zwischen Airport und Firmenstandort gesehen habe, würden nun "vermeintliche Risiken populistisch ausgeschlachtet".

Fragen zu der geplanten Aufstockung der Gehälter für ihn selbst und Vize Manfred Schölch um jeweils 150 000 Euro wies Bender mit Hinweis auf die Vertraulichkeit des Vorgangs und die Zuständigkeit des Aufsichtsrats zurück. Er kündigte aber an, dass mit dem Geschäftsbericht des Unternehmens für 2004 erstmals die individuellen Gehälter aller Vorstandsmitglieder veröffentlicht werden sollen.

Siehe auch Wirtschaft, Seite 15

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