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Fraport-Chef Wilhelm Bender: Kein Druck auf Genehmigungsbehörde ausgeübt.

"Keine falsche Terminplanung vorgelegt"

A-380-Wartehalle: Fraportchef Bender wehrt sich gegen Kritik / " Kein Druck auf Genehmigungsbehörde ausgeübt"Flughafen-Chef Wilhelm Bender hat Vorwürfe zurückgewiesen, Fraport habe im Planfeststellungsverfahren für den Bau der A 380-Wartungshalle eine frisierte Terminplanung vorgelegt, um Druck auf die Genehmigungsbehörde zu machen. Dossier: Wächst der Flughafen weiter?

Frankfurt · 11. Februar · gang · "Wir haben der Öffentlichkeit keinen falschen Zeitplan vorgelegt", sagte Bender am Donnerstagabend vor Journalisten. Wenn die Rodung der 20 Hektar Wald und damit der Baubeginn auf September verschoben werde, um die Entscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes abzuwarten, sei dies mit erheblichen Problemen verbunden. "Wir können den Fertigstellungstermin Herbst 2007 nur noch einhalten, weil wir jetzt in Crash-Programm fahren", sagte Bender.

Bauarbeiten, die in Etappen geplant waren, müssten nun parallel stattfinden. Er betonte, nach der Rechtslage hätte Fraport "längst die Säge ansetzen können", weil der Planfeststellungsbeschluss für den Hallenbau mit einem Sofortvollzug versehen war. Bender betonte weiter, Fraport stehe "unmissverständlich zum Nachtflugverbot".

Er reagierte damit auf die Ankündigung von Fluggesellschaften, gegen das vorgesehene Nachtflugverbot zwischen 23 und 5 Uhr notfalls zu klagen. "Wir waren darüber nicht glücklich", sagte der Manager, aber die Reaktion der Airlines sei voraussehbar gewesen. Sie nähmen, ebenso wie Kommunen, ihr Recht auf Klage wahr, so Bender. Dennoch sei er fest davon überzeugt, dass das Nachtflugverbot kommen werde.

Der Frage, ob er sich vorstellen könne, dass der Ausbau realisiert wird, ein Nachtflugverbot aber vom Gericht zurückgewiesen werde, wich er aus. "Wir haben in dieser Sache alles getan, was wir tun konnten. " Ungewohnt scharf attackierte Bender Anrainer-Kommunen, die die Fluggesellschaften wegen ihrer Klage-Androhung kritisiert hatten. Er sprach ihnen das Recht zur Kritik ab, "weil die Kommunen selbst längst die Vereinbarungen der Mediation verlassen haben". Im Mediationsbeschluss hätten die Kommunen schließlich dem Ausbau zugestimmt, sagte Bender.

Der Flughafen-Chef verteidigte auch das so genannte Casa-Programm seines Unternehmens. Darin wird Hausbesitzern im Umland, deren Immobilien beim Bau der Landebahn Nordwest in Höhen von weniger als 350 Metern überflogen werden, das Angebot gemacht, Entschädigungen zu zahlen oder die Immobilien zum Verkehrswert an Fraport zu verkaufen. Bender sagte dass gerade die Nähe zum Flughafen zu einer erheblichen Wertsteigerung von Grundstücken geführt habe.

Dossier: Wächst der Flughafen weiter?

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