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Ausreden

"Wir wollen den Ausbau des Flughafens im Konsens mit der Bevölkerung". Das beteuert Flughafen-Chef Wilhelm Bender zu jeder Gelegenheit. Wenn der Bürger

Von WOLFGANG SCHUBERT

"Wir wollen den Ausbau des Flughafens im Konsens mit der Bevölkerung". Das beteuert Flughafen-Chef Wilhelm Bender zu jeder Gelegenheit. Wenn der Bürger umgekehrt etwas vom Flughafen will, ist auf Rhein-Main erst einmal Distanz angesagt. Vor allem wenn es um Fluglärm geht.

Dann scheint der Bürger nicht Partner, sondern potenzieller Störenfried zu sein. Anders ist die Reaktion auf den Wunsch des Umweltamtes und zahlreicher Bürger nach mehr Transparenz nicht zu verstehen. Sie wollen sich nicht länger mit gemittelten Dauerschallpegeln abspeisen lassen. Er werde nicht vom Durchschnittswert wach, sagte jüngst ein Zuhörer in einer Bürgeranhörung. Geweckt werde er von konkreten Flugzeugen.

Fraport verweigert Einzelschallpegel. Die Gründe klingen nach Ausrede. Das Umweltamt könne die Nicht-Weitergabe der Daten nicht garantieren - was das Amt heftig bestreitet. Die Interpretation der Daten erfordere Fachkenntnisse - die sind bei den "Ausbaugegnern" ausreichend vorhanden, mehr als Fraport lieb ist. Mit den Daten könne Missbrauch getrieben werden - wieso denn? Die Lärmmessungen an den 26 Stationen im Rhein-Main-Gebiet geben die Realität wieder. Wie soll die missbraucht werden?

Warum stellt Fraport in Abstimmung mit den Kommunen dort überhaupt Messstationen auf? Das macht doch nur dann Sinn, wenn die Ergebnisse auch denen überlassen werden, in deren Interesse gemessen wird.

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