Vogelsberg

Gipfeltour in Schotten

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Einsame Winterwanderungen mit herrlichen Aussichten im Vogelsberg

Dieser Name weckt die Fantasie. Busenborn. Just so heißt der Ort, an dem wir bei unserer Winterwanderung im Vogelsberg eine Rast einlegen. Keine 300 Einwohner zählt der Ortsteil von Schotten und doch finden wir dort ein ordentliches Lokal, in dem wir an einem stinknormalen Wochentag nicht nur einen heißen Kaffee bekommen. Die Wirtin des Gasthauses zum Bilstein verrät uns auch die Abkürzung – über die Brücke, dann links und seitlich an Breungesheim vorbei.

Es ist eine gute Entscheidung, ihren Ratschlag anzunehmen. Im Winter sind die Tage kurz und trotz guten Schuhwerks läuft es sich bei Schnee und Eis langsamer als an einem trockenen Sommertag. Hin und wieder sind die Wege glatt, gibt es vereiste Pfützen und man muss zwischendurch höllisch aufpassen – auf der Gipfeltour Schotten.

Dass wir diese Strecke wählten, haben wir der freundlichen Frau hinter dem Tresen am Infozentrum auf dem Hoherodskopf zu verdanken. Sie versorgte uns auch mit einem Prospekt, und Wanderkarten gibt es dort auch zu kaufen. „Bei dieser guten Sicht sollten Sie die Gipfeltour gehen“, hat sie uns gesagt. „Aber andersherum als beschrieben.“ Das sei weniger anstrengend.

Runter geht es die Skipiste, der Lift steht. Die Bäume sind zwar weiß gezuckert, es liegt auch Schnee am Boden. Doch zu wenig, um Wintersport zu treiben. Schlecht für die wenigen Besucher mit Schlitten. Gut für Wanderer, die die Einsamkeit suchen.

Doch ganz alleine sind wir nicht. Wir entdecken Spuren im Schnee. Das muss ein Hase gewesen sein. Dort ist die Schneedecke abgetragen. Ein Pfad des Damwilds? Die Tiere haben sich zurückgezogen. Lediglich ein großer Greifvogel lässt sich sehen. Welche Ruhe, welche Aussichten. Wie schön kann Hessen sein.

Wir stoßen auf eine skurrile Felsenklippe. Das ist der Bilstein, dem das Gasthaus seinen Namen verdankt. Eine Tafel berichtet, dass dort in einer Höhle einst eine Frau wohnte. Und dass die jungen unverheirateten Burschen von Busenborn dort an Pfingsten ein Feuerchen entzünden.

Schon wieder dieser Name. Da denkt man doch sofort an vollbusige Frauen, die dort wohnen. Oder an einen Berg, der an eine weibliche Brust erinnert. Alles Quatsch, klärt Wikipedia auf: Im Jahr 1601 habe der Ort noch Busseborn geheißen. „Die auf -born endenden Orte weisen auf einen Brunnen hin.“ Wie aus Busse schließlich Busen wurde, konnte nicht geklärt werden.

Das Touristik-Informationszentrum Hoherodskopf ist von November bis April an Wochentagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet. www.hoherodskopf.eu

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