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Wiesbadenerin produziert den weltkleinsten Spültab

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Von: Andrea Rost

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Katrin Steinbach ist Expertin für Rohstoffe in der Kosmetikindustrie. Michael Schick
Katrin Steinbach ist Expertin für Rohstoffe in der Kosmetikindustrie. Michael Schick © Michael Schick

Katrin Steinbach hat mit ihrem Start-up Rezepturen für Reinigungsmittel und Kosmetik entwickelt – klimaneutral und nachhaltig

Der Name klingt sperrig: „As easy as that“ heißt das Start-up, das Katrin Steinbach vor zwei Jahren in Wiesbaden gegründet hat. Warum es so heißt? „Weil es tatsächlich sehr einfach ist, nachhaltige Produkte herzustellen, die genauso gut funktionieren wie handelsübliche Marken“, sagt die 44-Jährige. Den Namen ihres Unternehmens versteht sie deshalb auch als kleinen Seitenhieb auf große Konzerne, für die der Umweltgedanke selten im Vordergrund steht.

Angefangen hat alles im ersten Jahr der Pandemie, als die Mutter zweier Kinder Zeit fand, sich mit der Herstellung einer eigenen Hautpflegeserie zu beschäftigen. Karin Steinbach ist Ingenieurin für Kosmetik- und Waschmitteltechnologie, sie arbeitet für einen großen Kosmetikhersteller im Rhein-Main-Gebiet. Ihr Fachgebiet sind Rohstoffe. Der Weg, selbst Rezepturen zu entwickeln, war quasi vorgezeichnet.

In kleinen Stückzahlen ließ sie eine Feuchtigkeitscrème und eine Bodylotion herstellen. Beide Produkte sind vegan und tierversuchsfrei entstanden, ohne Duftstoffe, Mikroplastik, Mineralöl und Silikone. Sie enthalten Apfelfasern, die bei der Fruchtsaftproduktion anfallen und antioxidativ wirken, sowie Kürbiskernextrakt, das nach der Ölherstellung übrigbleibt und die Hautbarriere stärkt. Beides seien keine Trendrohstoffe, aber durch das Upcycling würden Umwelt und Klima geschont, sagt Steinbach. „Und Wirkweise und Verträglichkeit von Creme und Lotion sind sehr gut.“

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Seit einem Jahr hat ihr Onlineshop www.aseasyasthat.de geöffnet. Ihre Produkte werden auch in Unverpackt-Läden, Biogeschäften und Concept-Stores verkauft. Vor allem Influencer:innen haben die Marke „As easy as that“ bekannt gemacht. Gut funktioniere auch die Mund-zu-Mund-Propaganda unter Menschen, die nachhaltige Alltagsprodukte suchten, sagt die Gründerin.

Wegen der guten Resonanz hat Steinbach das Portfolio ihres Start-ups in den vergangenen Monaten erweitert. Sie hat ein Vollwaschmittel-Konzentrat auf den Markt gebracht, das in kompostierbaren Papierbeuteln abgefüllt ist und ohne Zeolithe und Füllstoffe auskommt.

Seit vorigem Herbst verkauft sie außerdem Mini-Spülmaschinentabs, die gerade einmal vier Gramm wiegen. Steinbach spricht vom „vermutlich kleinsten Spülmaschinentab der Welt“. Handelsübliche Produkte seien bis zu fünf Mal so groß und ließen sich nicht nach dem Verschmutzungsgrad des Geschirrs dosieren, sagt sie. „Das geht mit meinen Tabs viel besser, und das Wasser wird weniger belastet.“

Noch ist „As easy as that“ nicht aus den roten Zahlen heraus, Katrin Steinbach verpackt und versendet die Bestellungen von zu Hause aus und tüftelt am Wohnzimmertisch an neuen Rezepturen. Sie habe viel Zeit und Geld in ihr Start-up investiert, sagt sie. Bis auf weiteres will sie sich keinen Partner dazuholen. „Ich möchte alleine entscheiden können.“

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