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Zweite Anklage im Wiesbadener AWO-Komplex

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Von: Madeleine Reckmann

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Awo Wiesbaden
Awo Wiesbaden © Michael Schick

Die Ermittlungen gegen Verantwortliche der Kreisverbände der Arbeiterwohlfahrt Frankfurt und Wiesbaden wegen überhöhter Gehälter, Dienstwagen und anderer hoher Vergünstigungen kommen allmählich voran.

Gestern hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt Anklage gegen eine 38-jährige Frau aus Frankfurt erhoben, die von den früheren Geschäftsführer:Innen der Wiesbadener AWO bezahlt worden sein soll, ohne dafür gearbeitet zu haben. Der Frau wird Beihilfe zur Untreue zur Last gelegt. Der AWO Wiesbaden soll dabei ein Schaden von 283 000 Euro entstanden sein, teilt die Staatsanwaltschaft mit.

SUV als Dienstwagen

Das Heikle daran: Die Frankfurterin soll bis Januar 2018 als Justizfachangestellte beim Amtsgericht Frankfurt beschäftigt gewesen sein. Nebenbei war sie als selbstständige Immobilienmaklerin tätig. Im Zeitraum August 2015 bis Februar 2020 sollen ihr die frühere Geschäftsführerin des AWO Kreisverbands Wiesbaden, Hannelore Richter, und ihre beiden Stellvertreter in vier Fällen Honorarzahlungen gewährt haben, denen keine tatsächlich erbrachten Leistungen gegenüberstanden. Außerdem soll die Angeschuldigte von der AWO Wiesbaden Gehaltszahlungen aufgrund eines Scheinarbeitsverhältnisses erhalten haben. Nacheinander habe sie zwei von der AWO Wiesbaden zur Verfügung gestellte hochwertige SUV-Fahrzeuge als Dienstwagen nutzen dürfen, Tankkarte inklusive. Das Amtsgericht Frankfurt wird nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit Juli 2019 gegen mehrere AWO-Verantwortliche wegen Untreue und Betrugs. In der Folge ging die AWO Wiesbaden wegen Missmanagements im Herbst 2020 in Insolvenz, das Verfahren ist inzwischen aufgehoben.

Diese Anklage ist die zweite im AWO-Komplex. Im September 2021 hatte die Staatsanwaltschaft einen ehemaligen CDU-Stadtverordneten und seine Tochter angeklagt. Beide sollen sich der Untreue schuldig gemacht haben.

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