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Zeimetz fordert Alkoholverkaufsverbot

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Märkte geben laut Ordnungsdezernentin noch immer Hochprozentiges an Jugendliche aus.

Vor ein paar Wochen bereits hatte die SPD-Fraktion im hessischen Landtag ein hessenweites Alkoholverkaufsverbot nach 22 Uhr gefordert, jetzt springt auch Wiesbadens Ordnungsdezernentin Birgit Zeimetz (CDU) auf den fahrenden Zug. „Wir machen schon eine ganze Menge, aber das reicht einfach nicht“, klagt sie und unterstützt die Forderung der hessischen SPD.

Vorbild ist Baden-Württemberg. Dort können seit dem 1. März 2010 von 22 bis 5 Uhr keine alkoholischen Getränke mehr gekauft werden – weder in Getränkemärkten, Kiosken, Supermärkten noch in Tankstellen. Anlass für die Forderung der Ordnungsdezernentin ist die jüngste Testkaufaktion des Wiesbadener Ordnungsamtes.

Verstöße festgestellt

Anfang dieses Jahres hatte man 18 Betriebe in der Landeshauptstadt kontrolliert. In neun war Alkohol an Kinder und Jugendliche verkauft worden – in einigen nicht zum ersten Mal. „Die Verantwortlichen zeigten sich teilweise schwer belehrbar. In 13 Betrieben, die bereits aufgefallen waren, wurde erneut kontrolliert und es wurden wieder einige Verstöße festgestellt.“

Man versuche ja gegenzusteuern, sagt sie und weist auf das Präventionsprojekt „Halt“ hin, das in Wiesbaden bereits einige Erfolge vorweisen kann. Und trotzdem komme es immer wieder vor, dass Jugendliche völlig betrunken in Kliniken landen.

Oftmals würden Erwachsene Alkohol kaufen und ihn dann an Jugendliche weitergeben, so dass der Konsum nur durch ein gesetzliches Verbot eingedämmt werden könne.

Auch Cetin Upcin, Leiter des Suchthilfezentrums, würde ein solches Verbot begrüßen. „Am liebsten hätten wir natürlich stabile Menschen, die verantwortungsvoll mit Alkohol umgehen, aber das haben wir nun mal nicht“, sagt er. In den skandinavischen Ländern hätten Einschränkungen bereits gute Ergebnisse erzielt, warum das nicht auch in Wiesbaden umsetzen? Ob es ein entsprechendes Gesetz geben wird, ist offen. Der Entwurf ist derzeit in der Anhörung. (uf.)

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