Vincent Ott (3.v.l.) aus Wiesbaden, umgeben von gut gelaunten „Dein Song“-Jurymitgliedern und -Moderatoren.
+
Vincent Ott (3.v.l.) aus Wiesbaden, umgeben von gut gelaunten „Dein Song“-Jurymitgliedern und -Moderatoren.

Wiesbaden „Dein Song“

Heimspiel für den Komponisten

  • Fabian Scheuermann
    vonFabian Scheuermann
    schließen

Der Wiesbadener Vincent Ott macht mit bei dem bundesweiten Wettbewerb „Dein Song“. Der 17-Jährige sieht dem weiteren Verlauf des Wettbewerbs trotz „sehr starker Konkurrenz“ entspannt entgegen.

Für Vincent Ott war der Castingstart zum Nachwuchskomponisten-Wettbewerb „Dein Song“ ein Heimspiel: Der 17-jährige Wiesbadener musste zum mit Kameras ausstaffierten Biebricher Schloss nur wenige Straßenzüge laufen. In den vergangenen Tagen hat sich dort eine vierköpfige Jury die Kompositionen von 16 Jugendlichen aus ganz Deutschland angehört – darunter auch den Song „Shades and Shadows“ von Vincent.

Die besten Nachwuchskomponisten dürfen im Herbst in Begleitung eines Kamerateams nach Ibiza fahren, wo sie mit Musikpaten an ihrem Song feilen. In den vergangenen Jahren stellten sich dafür unter anderem Musiker wie Peter Maffay, Culcha Candela oder Till Brönner zur Verfügung.

„Dein Song“ ist eine gemeinsame Produktion von Kika und ZDF. die mit den Folgen für 2014 mittlerweile ihr sechstes Jahr begeht. „Bei dem Wettbewerb geht es um Komposition. Die Interpretation ist erstmal Nebensache“, erklärt Jurymitglied Roman Lob, der dieses Jahr Deutschland beim Eurovision Song Contest vertreten hat.

Ebenfalls zur Jury gehören der Opernsänger Rolando Villazón, der Produzent und Tokio-Hotel-Entdecker Peter Hofmann sowie die Frontfrau der Band MIA., Mieze. Das Gesicht der 16-teiligen Doku-Soap, die ab März 2014 im Fernsehen läuft, bildet das quirlige Moderatoren-Duo Johanna Klum und Bürger Lars Dietrich.

Hätte ein Teilnehmer nun auch mit einem Punkrock- oder Rap-Song die Chance, am Ende der Sendung den Titel „Songwriter des Jahres“ zu gewinnen? „Jeder Musikstil ist willkommen, Hauptsache da ist Platz, um noch mehr aus dem Lied zu machen“, so Klum, die sich schon auf die „magischen Momente“ während des Drehs freut. Denn: Die Teilnehmer zwischen 10 und 18 Jahren bringen ihre eigenen Songs und somit auch eine ordentliche Portion Herzblut mit. „Meistens geht es um Liebe“, weiß die Jury.

Filmmusik als Traum

Vincent sieht dem weiteren Verlauf des Wettbewerbs trotz „sehr starker Konkurrenz“ entspannt entgegen. Zwar würde er gerne mit nach Ibiza fliegen, doch dass er komponieren kann, das weiß der Biebricher auch so. Als Kind schickten ihn die Eltern in die musikalische Früherziehung, mit elf hat Vincent dann das erste Mal komponiert. „Ein alternatives Intro für Beethovens Mondscheinsonate“, wie er sagt.

Seitdem ist Musik nicht mehr aus seinem Leben wegzudenken. Sitzt der Zwölftklässler nicht gerade in die Humboldt-Schule, macht er Musik: „Das ist so ziemlich mein einziges Hobby“. Der Youtube-Kanal „ottvincent“ bordet über mit gut produzierten Musikvideos, die der Biebricher zusammen mit einem Freund gedreht hat. Auch „Shades and Shadows“ findet man dort: Ein eingängiger und leichtfüßiger Crossover-Song, in dem Vincent Klavier und Schlagzeug spielt und rappt. Unterstützt wird er dabei von seiner 13-jährigen Schwester Olivia. Mit ihrem E-Bass und ihrer Stimme ist sie auch bei den Dreharbeiten im Schloss dabei.

Und was wäre, wenn die Jury Vincents Song nun umkrempeln würde – also zum Beispiel statt englischer Texte deutsche vorschlagen würde? „Ich bin für alles offen“, so Vicent kompromissbereit. Auch stört es ihn nicht, dass das Publikum der Sendung deutlich jünger ist, als er: „Ein Jahr lang bin ich ja auch noch ein Kind“, sagt er lachend. Sein Blick wirkt selbstbewusst. Nach dem Abi würde er gerne als Profi Musik für Filme schreiben.

Kommentare