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Wohnen in Wiesbadens hölzernem Turm

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Von: Diana Unkart

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21 Wohnungen und drei Krippengruppen soll der Turm später beherbergen. Rolf Oeser
21 Wohnungen und drei Krippengruppen soll der Turm später beherbergen. Rolf Oeser © Rolf Oeser

Das achtgeschossiges Gebäude in Holzhybridbauweise soll im kommenden Jahr fertig sein und Platz für 21 Wohnungen sowie drei Krippengruppen bieten.

Es ist ein weiteres Kapitel Baugeschichte, das derzeit in Wiesbaden geschrieben wird: Im Stadtteil Mainz-Kastel entsteht Hessens erstes achtgeschossiges Wohngebäude in Holzhybridbauweise. Erst kürzlich wurde Richtfest gefeiert. Nicht nur die Fassaden, sondern auch große Teile der Tragstruktur des Turms sind aus Massivholz gebaut.

Diese Konstruktion kombiniere die Vorteile des mineralischen Bauens hinsichtlich Brandschutz, Schallschutz und Tragwerk mit den ökologischen Vorteilen des Holzbaus und mache so höhere Mehrfamilienhäuser im Holzbau erst möglich. So heißt es dazu von der Stadtentwicklungsgesellschaft SEG, die nach eigenen Angaben mit dem Turm ein Pilot- und Leuchtturmprojekt in Sachen Klimaschutz umsetzt. Die Kosten für das Haus belaufen sich auf 12,5 Millionen Euro.

Das Gebäude soll nach seiner Fertigstellung Mitte des kommenden Jahres 21 Wohnungen und drei neue Krippengruppen einer benachbarten Kindertagesstätte beherbergen. „Dass die Kindertagesstätte neue Krippenräume bekommt und wir neuen Wohnraum – darunter sogar rund 40 Prozent im geförderten Mietwohnungsbau – bereitstellen können, sind tolle Neuigkeiten für die Menschen in Kastel“, sagt Sozialdezernent und GWW-Aufsichtsratsvorsitzender Christoph Manjura (SPD). Der Bau ist Teil des Stadtentwicklungsgebietes Kastel-Housing von SEG und GWW Wiesbadener Wohnbaugesellschaft. Drei Gebäude – ein umgenutztes Kasernengebäude, ein Neubau ebenfalls in Holzhybridbauweise und der Wohnturm – gruppieren sich um einen grünen Hof mit altem Baumbestand. Der größte Teil des Geländes der US-Streitkräfte wird auch weiterhin militärisch genutzt. GWW und SEG hatten freigegebene Teilflächen erworben, die sie nun entwickeln.

Kita mit drei Gruppen

Die Realisierung des Wohnturms sei eine Herausforderung gewesen, berichtet SEG-Geschäftsführer Roland Stöcklin. Im Baugenehmigungsprozess hätten alle Seiten – von den Planern bis zur Genehmigungsbehörde – viel Erfahrung gesammelt. „Wir freuen uns, dass dieser Lerneffekt bei mittlerweile mehreren Holzhybridbauvorhaben in Wiesbaden zu schnelleren Genehmigungsverfahren geführt hat.“

In der Stadt entstehen derzeit mehrere Wohn- und Bürogebäude in Holzhybridbauweise. In der Mainzer Straße zum Beispiel wird von der OFB-Projektentwicklung ein „Platinum“ genanntes sechsgeschossiges Bürogebäude errichtet, das später die HA Hessenagentur mit ihren Tochterfirmen beziehen soll. Das Besondere an dem Haus: Durch seinen Betrieb soll über das Jahr gesehen mehr regenerative Energie erzeugt werden als das Gebäude an Energie verbraucht. Möglich wird das unter anderem, weil Photovoltaik nicht nur auf dem Dach, sondern auch an der Fassade installiert wird.

Vielleicht wird Wiesbadens Baugeschichte bald um ein weiteres Kapitel ergänzt. Es gibt Ideen für ein 15-geschossiges Holzhochhaus am Wiesbadener Rheinufer.

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