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Wo Parken besonders teuer wird

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Von: Madeleine Reckmann

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Blech an Blech: Die Straßenränder in der Innenstadt stehen voller parkender Autos.
Blech an Blech: Die Straßenränder in der Innenstadt stehen voller parkender Autos. © Renate Hoyer

Konzept zur Bewirtschaftung der Stellplätze auf den Wiesbadener Straßen liegt vor.

Wer künftig mit dem Auto in die Wiesbadener Innenstadt fahren möchte, sollte ein gut gefülltes Portemonnaie dabei haben. Kommt es so, wie Verkehrsexperten empfehlen, wird das Abstellen des Autos deutlich teurer. Vor allem für das Parken im Historischen Fünfeck müsste zu den Ladenöffnungszeiten richtig viel Geld hingelegt werden. Und je länger das Auto am Straßenrand steht, desto höher werden die Kosten. Die Gebühren sind gestaffelt. Die erste Stunde könnte 3,50 Euro kosten, die zweite 4 und die dritte 4,50 Euro kosten. Zurzeit ist man für eine Stunde Parken mit 3 Euro dabei.

Die Politik muss bewerten

Mit dem Parkraummanagementkonzept des Verkehrsplanungsbüro LK Argus liegt den Stadtverordneten nun ein Exposé mit Empfehlungen vor. Ein „Parkbeirat“ unterstützte die Experten bei der Erstellung des Papiers. Bürger und Bürgerinnen konnten sich an dem Verfahren beteiligen. Die politische Diskussion und die Bewertung stehen jedoch noch aus.

In Wiesbaden haben es Vorhaben, die auf eine Verkehrswende abzielen, erfahrungsgemäß schwer. Die Stadt ist eine Autofahrerstadt. Wie eine Analyse des städtischen Statistikamts herausfand, wurden 2018 49 Prozent aller Wege mit dem Auto zurückgelegt und mindestens 80 Prozent der Haushalte besaß einen Wagen. Die Zahl der in Wiesbaden zugelassenen Fahrzeuge ist von 2012 bis 2017 um mehr als 10 000 auf 162 311 Autos, Lastwagen und Motorräder gestiegen. Demzufolge ist die Erhöhung der Parkgebühren im konservativen Wiesbaden ein heißes Eisen.

Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne) betont den wissenschaftlichen Charakter des Konzepts: „Mit dem Parkraummanagementkonzept der deutschlandweit tätigen Gutachter liegt jetzt eine unabhängige Expertise auf Basis umfangreicher Erhebungen vor, aus der wir alle schöpfen können. Wir erhalten hier wichtige Instrumente für die verbesserte Steuerung des Verkehrs.“ Ziel ist es, die Bedürfnisse unterschiedlicher Personengruppen besser zu berücksichtigen: weniger Falschparker, kürzere Parkplatzsuche, flüssiger Verkehr und sauberere Luft.

Der Hebel dafür ist das Geld. Kostenloses Parken soll es in der Innenstadt nicht mehr geben. Je höher der Parkdruck, je mehr öffentliche Parkhäuser und je besser die Anbindung mit Bus und Bahn, desto mehr muss fürs Parken gezahlt werden. Für das Historische Fünfeck treffen laut Fachleuten all diese Faktoren zu. Für die restliche Innenstadt sehen sie 3,50 Euro für eine Stunde Auto-Abstellen vor. Im übrigen Stadtgebiet, das für die Bewirtschaftung des Parkraums vorgesehen ist, zwischen 2 und 3 Euro, je nachdem wie viele Bushaltestellen es gibt. Auch für Anwohner soll die Jahresgebühr fürs Parken von aktuell 11,75 Euro deutlich, und zwar auf eventuell 120 Euro steigen. „Die fachliche Expertise liegt vor. Jetzt gilt es, die Theorie in die Praxis zu bringen“, erklärt Jan Görnemann, seit Dezember Geschäftsführer des Wiesbadener Mobilitätsdienstleisters Eswe Verkehr. Er verbindet eine gezielte Parkraumorganisation mit mehr Kundschaft für die Eswe.

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