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Es wird gebabbelt und gebubbled

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Von: Ute Fiedler

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Bubble Tea ist groß im Kommen / Seit November haben vier Bars eröffnet

Ja, wir leben in der Landeshauptstadt der Hessen. Klar, dass hier seit jeher viel gebabbelt wird – schließlich hat hier auch der Landtag seinen Sitz. Doch jetzt wird in Wiesbaden auch immer mehr gebubbled. An vier Stellen in der Stadt kann man sich das Zeug holen, das einen zum Bubbler macht. Süß ist es, große, gefüllte Kugeln schwimmen am Glasboden und kommen nach oben, sobald man einen beherzten Schluck aus dem Becher nimmt: gefüllt mit Bubble Tea.

Erfunden wurde das Getränk in Asien – 1980 in einem Teehaus in Taiwan. So nach und nach schwappte die Welle auch auf andere Kontinente über. Seit November 2011 ist sie in Wiesbaden angekommen. Der erste, der in der Landeshauptstadt einen Bubble-Tea-Laden eröffnet hat, ist Norman Shum. Er hat das Trend-Getränk in Hongkong kennengelernt, wo seine Eltern groß geworden sind. Während seiner Urlaubsreisen hat er es dort oft geschlürft – ohne Hintergedanken.

Erst als Freunde von Reisen aus Australien und den USA zurückkamen und den 24-Jährigen fragten, ob er Bubble Tea kenne, kam Norman ins Grübeln: „Warum nicht das Getränk auch in Wiesbaden anbieten?“ Er recherchierte und plante. Eigentlich wollte er seine Bar erst in diesem Jahr eröffnen. „Doch dann bekam ich mit, dass noch andere die Idee hatten. Und so eröffnete ich schon im November 2011.“

Seitdem gibt es in Wiesbaden also Bubble Tea. Der nicht etwa wegen der Kügelchen im Tee so heißt, sondern wegen der Schaumkrone darauf. „Der Tee wird wie ein Cocktail geschüttelt und da entstehen eben kleine Blasen oben drauf.“ Und die sind vor allem bei Schülern beliebt. Kaum ist die Schule aus, rennen sie in die Wiesbadener Bars und bestellen den Tee, der eine kleine Kalorienbombe ist.

Er ist oft mit Fruchtsirup gesüßt, die Tapioka-Kügelchen, die am Boden des Glases schwimmen, bestehen aus Stärke der Maniokwurzel. Sie werden eine Stunde lang in Zuckerwasser gekocht. Andere Kügelchen sind aus Gelatine und mit Saft gefüllt. Wer keine Kugeln in seinem Becher mag, kann Geleestäbchen bestellen.

Außer Norman, der sein Bubblycious in der Luisenstraße betreibt, bieten in der Innenstadt noch drei weitere Bars Bubble Tea an: eine in der Dotzheimerstraße, eine in der City Passage und eine in der Oranienstraße. Die Konkurrenz ist groß. Und so bekannt ist das Getränk noch nicht, dass so viele Anbieter problemlos nebeneinander bestehen können. „Einer hat erst vor kurzem zugemacht“, berichtet Norman.

Der 24-Jährige, dessen Eltern anfangs nicht sonderlich von den Plänen ihres Sprösslings begeistert waren und ihn vor dem harten Geschäft in der Gastronomie gewarnt haben, scheint trotzdem ganz entspannt. „Klar weiß ich, dass Bubble Tea ein Trend ist, der rasch wieder vorbei sein kann, wie es zum Beispiel beim Sushi auch der Fall war. Aber ich bin von der Idee begeistert und werde so lange wie möglich durchhalten.“

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