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Ein Windrad.

Windenergie

Windpark Hohe Wurzel im Taunus könnte zum Präzedenzfall werden

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Das Verwaltungsgericht entscheidet im Juli über die Anlagen auf dem Taunuskamm.

Das Verwaltungsgericht Wiesbaden bereitet gerade das Verfahren für eine mündliche Verhandlung zum geplanten Windpark Hohe Wurzel auf dem Taunuskamm vor. Es könnte einen Termin im Juli geben, teilte eine Sprecherin mit. Dann könnte es endlich Klarheit geben, ob der Windpark in der Nähe des Schlangenbader Ortsteils Georgenborn gebaut werden darf. Seitdem das Regierungspräsidium 2016 den Antrag der Wiesbadener Eswe Taunuswind-Gesellschaft auf Bau und Betrieb von zehn Windenergieanlagen im Windpark Hohe Wurzel ablehnte und 2017 Taunuswind dagegen klagte, hängt die Sache in der Luft.

Inzwischen änderten sich verschiedene Rahmenbedingungen. Das Land Hessen hat zwei Prozent der Fläche des Landes zu Vorranggebieten für die Windkraft erklärt, der Rest bleibt unangetastet. Die Hohe Wurzel gehört allerdings zu den sogenannten Weißflächen, für die noch keine endgültige Entscheidung gefällt wurden. Die wirtschaftlichen Voraussetzungen haben sich verschlechtert, Bundeszuschüsse wurden abgeschmolzen. Dennoch will sich Eswe Versorgung nicht offiziell von dem Projekt verabschieden und zunächst das Urteil abwarten. Auch weil die Verantwortlichen wissen, dass Regierungen wechseln und die Windkraft wieder lukrativer machen können.

Für Carsten Gödel ist die Sache jedoch klar. Der Sprecher der Umweltvereinigung „Rettet den Taunuskamm“ geht davon aus, dass der Windpark Hohe Wurzel nicht gebaut werden kann. Dass das Gelände zu den Weißflächen zählt und demnächst öffentlich ausgelegt werden müsse, sei nur eine Formalität. „In der Regionalversammlung gilt das Projekt als gestrichen. Das ist politisch gesetzt“, sagt Gödel, der seit Jahren gegen den Windpark kämpft. Zu groß sei das Risiko, das Grundwasser zu verseuchen. Untersuchungen namhafter Hydrogeologen hätten ergeben, dass aufgrund der Klüftelung und Offenporigkeit des Taunussteins in der Bau- und Betriebsphase Schadstoffe wie Öl das Grundwasser rasch verunreinigen könnten. Gödel sieht die Wasserversorgung für ein Drittel der Wiesbadener in Gefahr. Für den Fall, dass das Verwaltungsgericht tatsächlich pro Windpark entscheiden würde, kündigt er weitere Klagen dagegen an. Er sagt: „Die Hohe Wurzel wird zum Präzedenzfall.“

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