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Wind für Wiesbaden

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Wiesbaden hat Potenzial für Windkraft. Stehen müssten die Windräder am besten auf der Hohen Wurzel. Das ist das Ergebnis einer Studie des Freiburger Instituts JH Wind, die Umweltdezernentin Rita Thies (Grüne) in Auftrag gegeben hatte. Unser Bild zeigt Windräder bei Selzen.
Wiesbaden hat Potenzial für Windkraft. Stehen müssten die Windräder am besten auf der Hohen Wurzel. Das ist das Ergebnis einer Studie des Freiburger Instituts JH Wind, die Umweltdezernentin Rita Thies (Grüne) in Auftrag gegeben hatte. Unser Bild zeigt Windräder bei Selzen. © Michael Schick

Kaum hat ein Freiburger Institut Wiesbaden attestiert, hier würde sich der Bau von Windrädern lohnen, wird darüber heftig diskutiert - vermutlich aber verfrüht. Von Gaby Buschlinger

Von Gaby Buschlinger

Wiesbaden hat Potenzial für Windkraft. Stehen müssten die Windräder am besten auf der Hohen Wurzel. Das ist das Ergebnis einer Studie des Freiburger Instituts JH Wind, die Umweltdezernentin Rita Thies (Grüne) in Auftrag gegeben hatte.

In Internet-Foren wird nun schon heftig darüber diskutiert - vermutlich aber verfrüht. Denn Gutachter Johannes Hagemann verweist darauf, dass seine Windpotenzialstudie auf theoretischen Berechnungen beruht. Er hat langjährige Winddaten des Frankfurter Flughafens auf Wiesbaden übertragen. Entsprechend meldet auch OB Helmut Müller (CDU) in seiner Eigenschaft als Finanzchef "erhebliche Zweifel" an.

Auch wenn sich nun nicht morgen oder übermorgen Windräder zu dem Fernsehturm gesellen werden, verspürt Thies Rückenwind. Schließlich hat der Fachausschuss weitere Untersuchungen zur Windenergienutzung gestattet. Windräder könnten helfen, einen Parlamentsbeschluss von 2007 umzusetzen: Damals gaben die Rathauspolitiker vor, bis 2020 den Anteil der erneuerbaren Energien auf 20 Prozent des Energieverbrauchs zu erhöhen. Sonnendächer gibt es einige, Thermalwasser heizt Häuser, nun soll geprüft werden, ob der Wind Wiesbadener Wohnzimmer beleuchten und wärmen könnte.

Laut Studie kämen auch Medenbach, Hammereisen, Rentberg und Hahnberg in Frage, am meisten Wind fegt aber mit gut sechs Metern pro Sekunde über die Hohe Wurzel. Die höchste Erhebung auf dem Taunuskamm liegt 617 Metern über dem Meeresspiegel. Ein Windrad könnte dort im Jahr rund 4500 Megawattstunden Strom erzeugen, so Hagemann. Damit wären 1500 Vier-Personen-Haushalte versorgt, was 2,1 Prozent des privat benötigten Stroms entspreche. Auf dieser Grundlage lässt Thies nun weiter prüfen. Denn die Studie lässt offen, ob auf der Hohen Wurzel überhaupt Windräder gebaut werden können.

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