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SPD will ein architektonisches Wahrzeichen

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Parteitag legt sich einstimmig auf Standort an der Ebert-Allee und Schonung des Parks fest

Kurz bevor die repräsentative Bürgerbefragung zum Standort der neuen Rhein-Main-Hallen am Montag beginnt, hat sich die SPD auf ihrem Parteitag am Samstag im Bürgerhaus Kastel festgelegt: Der riesige Neubau müsse an der Ebert-Allee bleiben. Die Wilhelmstraße, wie sie der Koalitionspartner CDU favorisiert, scheidet aus. Der Beschluss der gut 100 Delegierten fiel nach zweistündiger Debatte einstimmig.

Zwei Bedingungen knüpfen die Sozialdemokraten allerdings an die Ebert-Allee und schließen sich damit nicht nur den Forderungen der Oppositionsfraktionen an, sondern halten auch ihr Wahlkampfversprechen: Die denkmalgeschützte Herbert-Anlage darf nicht beeinträchtigt werden. Der Neubau dürfe auch kein Zweckbau sein, sondern müsse ein architektonisches Wahrzeichen – beispielsweise mit begehbarer Kuppel à la Reichstag – werden, warb der frühere Stadtentwicklungsdezernent Jörg Jordan in einer Rede für seine Idee.

Mit dieser Festlegung scheint ein Koalitionsstreit programmiert. Denn um die Parkanlage zu verschonen, ist schon zu Baubeginn ein Abriss von Halle 5 und 10 nötig. Gerade das ist mit der Union aber nicht zu machen, weil in deren Augen wichtige Kunden auf die Hallen nicht verzichten könnten und bei deren Abriss dauerhaft in andere Kongressstädte abwandern würden.

Doch diese Befürchtungen halten die Genossen für übertrieben: „Wenn wir schleunigst mit den 16 Veranstaltern reden, die diese von Sponsoren genutzte Halle überhaupt nur brauchen, dann bin ich überzeugt, dass uns nur ein Drittel während der Bauphase verlässt und zurückkommt in unser dann modernes Messe- und Kongresszentrum“, sagte Fraktionschef Sven Gerich. „Wir dürfen nicht wegen einer kurzfristigen wirtschaftlichen Beeinträchtigung langfristig unser Stadtbild beeinträchtigen.“

Da die Informationskampagne unzureichend über Risiken und Nachteile des Standorts Wilhelmstraße aufkläre, dieser vielmehr begünstigt werde, forderten Jordan und Gerich die Mitglieder auf, die Sache selbst in die Hand zu nehmen: „Nutzt auch Facebook und werbt für ein Wahrzeichen an der Ebert-Allee. (byb.)

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