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Fasanerie Wiesbaden

Wildtiere hautnah

Die Wiesbadener Fasanerie widmet zwei Tage dem Wolf. Bei den "Wolfstagen" bekommen die Besucher die Chance, die Fütterung der Tiere mitzuerleben und erfahren allerhand wissenswertes über die scheuen Tiere.

Von Jöran Harders

Zu sehen bekommt man sie zumindest in der freien Natur so gut wie nie. Wer in Deutschland Wölfe beobachten möchte, braucht entweder sehr viel Glück und Geduld oder sollte in einen Tierpark gehen. In der Wiesbadener Fasanerie waren am Wochenende gleich zwei Tage dem Wolf gewidmet.

Die Besucher hatten am Samstag und Sonntag nicht nur die Möglichkeit, die Fütterung der Tiere mitzuerleben, sondern bekamen auch eine Menge Informationen über die scheuen Wölfe, die bis zu ihrer Ausrottung im 19. Jahrhundert zu den häufigsten Raubtieren Europas zählten. „Manche halten Wölfe für gefährlich. Das stimmt aber nicht“, sagte Peter Kiermeir von der hessischen Arbeitsgruppe des Vereins Freundeskreis freilebender Wölfe, die zu den beiden Wolfstagen ein Rahmenprogramm angeboten hat. Menschen müssten sich vor den seltenen Raubtieren nicht fürchten. Eine Gefahr seien Wölfe nur für ihre bevorzugten Beutetiere: Rehe, Hirsche oder Wildschweine.

Mit einem weiteren Irrtum räumte Biologin Beatrix Stoepel in mehreren Vorträgen auf. „Man hat lange Zeit geglaubt, dass Wölfe in hierarchisch organisierten Rudeln leben, die sich zum gemeinsamen Jagen zusammenrotten.“ In Wirklichkeit lebten Wölfe in Familien. „Der Begriff Rudel wird dem sozialen Verhalten der Tiere im Grunde gar nicht gerecht“, stellte Stoepel fest.

1744 hatte Fürst Karl von Nassau-Usingen mit dem Bau der Fasanerie begonnen; als sein Sohn Karl Wilhelm die Regierung 1775 übernahm, löste er sie wieder auf. Später wurde der Park ein beliebtes Ausflugsziel für die Wiesbadener. 1910 kaufte die Stadt den Park von der Königlichen Forstverwaltung. Deshalb feiert der Naturpark in diesem Jahr Jubiläum, obwohl die Fasanerie eigentlich schon viel älter als 100 Jahre ist. Vor allem für Familien mit Kindern ist der Besuch ein großes Erlebnis. Mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn kommt etwa Stefan Eichhorn regelmäßig dorthin. Und das nicht nur wegen der Wölfe, die sich selbst im Gehege nicht immer zeigen. „Wir wollen hier ganz einfach die Natur erleben“, sagte Vater Eichhorn. Schön sei es, dass einige Tiere von den Besuchern sogar gefüttert werden dürfen.

Als gestalteter Tier- und Pflanzenpark ist die Fasanerie seit 1955 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Zuvor hatte die Stadt den Park für 40000 Mark ausgebaut. Die Anregung dazu kam vom Kur- und Verkehrsverein, der sich für Wiesbaden eine Anlage nach dem Vorbild des Stadtschulgartens und der Biologischen Anlage in Frankfurt wünschte. Außer der Stadt kümmert sich heute ein Förderverein um den Unterhalt der Fasanerie.

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