Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Begegnungen im Wald

Vorsicht in Wiesbaden: „Es ist Wildschweinzeit“ - wie man sich am besten verhält

  • vonMirjam Ulrich
    schließen

In Corona-Zeiten treibt es immer mehr Menschen in den Wald. Wildschweine kommen uns mitunter recht nahe. Wie verhält man sich am besten?

  • Immer wieder kommt es zu Begegnungen mit Wildschweinen und Menschen.
  • Auch in Wiesbaden lassen sich die Tiere mitunter blicken.
  • Vorsicht ist bei Wildschweinen im Straßenverkehr und bei Frischlingen geboten.

Wiesbaden – Seit Beginn der Corona-Pandemie zieht es immer mehr Menschen zum Spazieren oder Wandern in den Wald. Mitunter liegt dort ein Geruch nach „Maggi“ in der Luft – deutliches Zeichen, dass Wildschweine in der Nähe sind. In der Regel haben sie aber bereits die Flucht vor den Menschen ergriffen. „Sie verstecken sich im Gebüsch und in Hecken“, sagt Achim Garth vom Forstamt Wiesbaden-Chausseehaus. Der Forstwirtschaftsingenieur leitet die Försterei Altenstein. Sein etwa 1600 Hektar großes Revier beginnt im Rabengrund von Wiesbaden, zieht sich entlang des Hupfeldwegs zur Fischzucht und über den Taunuskamm bis nach Hahn.

Bei Wildschweinen ist Vorsicht geboten

Dennoch kreuzen Wildschweine bisweilen den Weg des Menschen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn in der Rotte gestreifte Frischlinge sind. Am besten drehen Wanderer und Spaziergänger dann um und gehen ruhig zurück. Ein Wildschwein nimmt nicht die Verfolgung auf. Die Bache verteidigt aber ihre Jungen und beißt in der Not zu, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlt. „Darum darf man sich auch nicht anschleichen, etwa um ein Foto zu machen“, warnt Achim Garth. „Ebenso wenig sollte man sich aggressiv verhalten, indem man einen Ast nach ihnen wirft oder seinen Hund hinschickt.“ Hundebesitzer sollen ihre Tiere im Wald stets an die Leine nehmen. Stellt ein freilaufender Hund ein Wildschwein, darf der Besitzer keinesfalls dazwischen gehen, es droht Lebensgefahr.

Wildschweine kommen auch nach Wiesbaden

Längst lassen sich die nachtaktiven Schwarzkittel auch in der Stadt blicken. So trabten im Oktober 2019 rund 20 Wildschweine durch die Wiesbadener Innenstadt und entkamen der Polizei über den Kurpark. Garth nennt die Überpopulation als Grund für solche Ausflüge. Wildschweine bekommen inzwischen aufgrund des guten Nahrungsangebots das ganze Jahr über Nachwuchs. Dank milder Winter und der erfolgreichen Bekämpfung der Klassischen Schweinepest durch ausgelegte Impfköder überleben immer mehr.

Der Forstwirtschaftsingenieur bezeichnet sie als „Freunde des Waldes“, denn durch das Wühlen legen sie den Mineralboden frei, wo ein Samen, der vom Baum gefallen sei, dann keimen könne. Die Schwarzkittel wühlen jedoch ebenso auf Friedhöfen, Parks und Gärten. Insbesondere in Notzeiten, zum Beispiel, wenn sie sommers im ausgedörrten Waldboden weniger Pilze, Engerlinge, Käfer oder Schnecken finden. Einen gesprengten Rasen riechen sie auf zwei Kilometer Entfernung. Ein Maschendrahtzaun hält sie nicht ab, manch Gartentür oder Friedhofstor steht sogar offen. Gartenbesitzer bekommen den Schaden nicht ersetzt, sagt Garth. „Sie sind selbst dafür verantwortlich, dass der Garten vor Wildschweinen geschützt ist.“

Im Straßenverkehr können Wildschweine zur Gefahr werden

Auch im Straßenverkehr kommt es zu unverhofften Begegnungen mit Wildschweinen. An der „Felsenkurve“ der Aarstraße, also der Bundesstraße 54 von Wiesbaden nach Taunusstein gibt es Garth zufolge immer wieder Unfälle mit Wildschweinen. Kraftfahrer sind bei Wildunfällen in Hessen gesetzlich verpflichtet, sofort die Polizei anzurufen, selbst wenn der Schaden am Fahrzeug nicht groß ist. Die Polizei verständigt den zuständigen Jagdpächter, damit der nach dem Tier sucht. Denn verletzte Wildschweine verhalten sich oft panisch oder aggressiv, so Garth. Zudem müsse aufgrund des Tierschutzes sichergestellt werden, dass das verletzte Wild nicht qualvoll verende. Verkehrsteilnehmer sollten daher bedenken: „Die dunkle Jahreszeit ist Wildschweinzeit.“ (Mirjam Ulrich)

Rubriklistenbild: © Rolf Oeser

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare