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Fake News in Wiesbaden. Diese Plakate sagen nicht die Wahrheit.

Wiesbaden

Fakten zur Citybahn

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
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Gegner der Citybahn wollen verhindern, dass die Bahn gebaut wird. Die Entscheidung soll durch die Wahl in einem Bürgerbegehren getroffen werden.

In der Biebricher Allee hängen an vielen Bäumen schwarze Plakate mit einem weißen Kreuz. Darauf steht: „Diese Bäume müssen sterben.“ Die Plakate sind ein Beispiel dafür, wie die Gegner der Citybahn auf der Straße und in den sozialen Medien mit Argumenten arbeiten, die nach derzeitigem Planungsstand falsch sind. Ob die Bahn gebaut werden soll oder nicht, entscheiden die Wähler und Wählerinnen am 1. November in einem Bürgerbegehren. Der Streit darüber nimmt härtere Formen an.

Die Fachleute, die die Citybahn planen, haben diese Behauptungen schon oft auf Bürgerversammlungen oder der Homepage der Citybahngesellschaft korrigiert. Dennoch wiederholen die in den Bürgerinitiativen organisierten Gegner sie ständig. Das verunsichert viele Menschen, weil sie nicht mehr zwischen richtig und falsch unterscheiden können. Gestern hat Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) zur Pressekonferenz eingeladen, um mit den Unwahrheiten aufzuräumen. „Wir sollten auf der Basis von Fakten diskutieren“, sagte er, „und ohne persönliche Angriffe“. Zudem sei es seine Aufgabe, sich schützend vor die Mitarbeiter der städtischen Ämter zu stellen, die für die Planungen zur Citybahn verantwortlich seien. Deren Arbeit werde von den Gegnern der Schienenbahn durch die Anwürfe diskreditiert, indem sie so dargestellt werde, als sei alles daran falsch. Dabei sei das Gegenteil richtig: „Sie gehen mit größter Sorgfalt vor“, sagte Mende.

In der Biebricher Allee müssten durch den Bau der Bahn nur einige Bäume gefällt werden, und zwar die, die zwischen den Fahrspuren in der Mitte wachsen. 85 Prozent blieben stehen, so Mende. Der Alleencharakter werde sogar verlängert, da bis zum ersten Ring mehr neue Bäume gepflanzt würden als entfielen.

Neun gegnerische Vorwürfe entkräftet Mende so. Etwa den, die Citybahn produziere unbezahlbare Schuldenberge. Richtig sei, dass bis zu 90 Prozent der Kosten für den Bau von Land und Bund übernommen würden und nur 28,5 Millionen Euro von der Landeshauptstadt zu zahlen seien. Die Bundes- und Landesmittel seien für Verkehrsprojekte reserviert, weshalb sie nicht wie behauptet für Schulen oder Kitas eingesetzt werden könnten.

Falsch sei auch, dass sich die Industrie- und Handelskammer gegen das Projekt ausgesprochen habe. Ende September stimmte sie für die Bahn. Es würden auch nicht 50 Prozent der Bushaltestellen entlang der Bahnstrecke entfallen, sondern die Buslinien 4,14 und 6 veränderten die Linienführung. Richtig sei auch, dass die Citybahn klimafreundlicher sei als Busse, da sie mit grünem Strom fahren solle. Mende hält nichts davon, auf die falschen Fakten mit Ordnungsstrafen zu reagieren.

Dass die Citybahn für das Stadtbild ein Gewinn sein könne, sagte Sabine Elberfeld vom Stadtplanungsamt. Der Rathenauplatz in Biebrich sei als „grüne Insel“ geplant, wo neben den Bushaltestellen ein barrierefreier Übergang zur Citybahn schnelles Umsteigen ermögliche. Auch die unscheinbare Kreuzung Klarenthaler und Dotzheimer Straße könne ein schöner Platz werden.

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