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Matze Vogel in „Die Pest“.
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Matze Vogel in „Die Pest“.

Wiesbaden

Wiesbadens Intendant Laufenberg fordert für die Kultur mehr Mut vom Land Hessen

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Nach dem Tübinger Vorbild könnte man in Wiesbaden mit Corona-Schnelltests die Maifestspiele stattfinden lassen.

Uwe-Eric Laufenberg hat sich als Kritiker des staatlich verordneten Lockdowns in der Kultur in der Corona-Pandemie einen Namen gemacht. Jetzt geht der Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden die Landesregierung wieder hart an. Mit Verweis auf die Rede des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier (SPD) empfiehlt er Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und der Hessischen Kulturministerin Angela Dorn (Grüne) weniger Ängstlichkeit und mehr Pragmatismus, um Lösungen für die Corona-Krise zu finden. Als Vorbild führt er Tübingen an, wo das Landestheater seit Dienstag in einem Modellversuch unabhängig von möglichen Inzidenzen wieder öffnete. Das Publikum muss sich dort vor den Vorstellungen kostenlos einem Corona-Schnelltest unterziehen.

Diesen Service würde Laufenberg in seinem Theater auch gerne anbieten. „Wenn man uns lässt, könnten wir das auch. Wir übernehmen die Verantwortung für das, was wir tun“, sagte Laufenberg gestern anlässlich der Vorstellung des Programms für die Internationalen Maifestspiele.

125-jähriges Bestehen

Die Festspiele fallen jedoch möglicherweise wegen des steigenden Inzidenzwerts zum zweiten Mal aus. Mit dieser Unsicherheit im Nacken stellt Laufenberg das ohnehin zusammengestrichene Programm vor, wo doch ausgerechnet in diesem Jahr die Maifestspiele ihr 125-jähriges Bestehen feiern sollten. „Das ist eine groteske Situation“, sagt er. In der vergangenen Woche habe die Ministerin angekündigt, dass am 28. März die Proben und der Spielbetrieb beginnen könnten, solange der Inzidenzwert unter 100 bleibe. „Danach sieht es jetzt nicht aus“, räumt er ein.

Der Magistrat der Landeshauptstadt hatte am Dienstag beschlossen, die Internationalen Maifestspiele 2021 wegen der Corona-Pandemie nicht gänzlich ausfallen zu lassen, sondern „Maifestspiel-Specials“ und ein Ersatzprogramm für den Mai möglich zu machen. Zeitgleich soll es in den Kolonnaden die Sonderausstellung des Stadtmuseums „Vorhang auf“ geben.

Für die Maifestspiel-Specials und das Ersatzprogramm bietet der Intendant Premieren aus dem eigenen Haus mit Gastkünstler:innen an, die 2020 nicht aufgeführt werden konnten. „Wenn die nicht stattfinden können, ist der finanzielle Verlust noch zu verkraften“, so Laufenberg.

Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) verwahrt sich gegen Kritik an der Corona-Strategie. Selbst wenn Laufenberg die Verantwortung für sein Tun übernehme, entlasse dies die Stadt nicht aus ihrer Verantwortung, Krankheitsfälle, die Überlastung der Krankenhäuser und Tote zu vermeiden. „Das ist ein schwieriger Abwägungsprozess“, gibt der Theaterliebhaber Mende zu Bedenken, „auch mir blutet das Herz.“

Vorgesehen ist, das 125. Jubiläum der Maifestspiele am 6. und 7. November 2021 nachträglich zu feiern, „vor einem vollen Haus“, mit einer Gala und der nachgeholten Premiere von „Tristan und Isolde“. Das geht natürlich nur, wenn bis dahin der Großteil der Bevölkerung gegen Covid-19 geimpft ist. Für 2022 hofft Laufenberg auf ein „Nachholfestival“.

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