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Wiesbadener Wohnturm für Betuchte

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Von: Madeleine Reckmann

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So soll der Wohnturm am Ende der Prachtstraße einmal aussehen.
So soll der Wohnturm am Ende der Prachtstraße einmal aussehen. © Entwickler FBW-Gruppe

An der Wilhelmstraße soll 2024 ein Hochhaus stehen. Die Wohnungen kosten mehr als eine Million Euro.

Wer in der Wilhelmstraße in Wiesbaden den Blick nach Norden richtet, sieht derzeit eine Lücke. Das städtebaulich markante Hochhaus der R+V-Versicherung wurde 2017 abgerissen. Bald soll an seiner Stelle, dort wo die Sonnenberger und die Taunusstraße aufeinandertreffen, ein neues Hochhaus entstehen. Arbeiter sind aktuell dabei, das Fundament zu legen. Der Steilhang ist über eine Höhe von 20 Metern bereits mit einer Betonwand abgefangen worden. Die vierstöckige Quartiersgarage im Untergrund ist im Rohbau fertig.

Blick auf den Taunus

Die FBW Gruppe, die im Rhein-Main-Gebiet exklusive Wohn- und Gewerbeimmobilien entwickelt und vermarktet, möchte das 60 Meter hohe Gebäude bis 2024 fertigstellen. Der Wohnturm soll einzigartig in der Landeshauptstadt werden. Ein vergleichbares Gebäude werde es dort nicht mehr geben, schreibt die FBW in ihrer Mitteilung. Die Lage: Wiesbadens Prachtstraße. Der Blick schweife über Wiesbaden und die Taunushügel und sei der beste der Stadt. Die Dachterrasse sei für alle Bewohner:innen nutzbar. Dieses Angebot hat eine bestimmte Zielgruppe im Visier: Auf den 21 Etagen sind 66 Eigentumswohnungen geplant - für Leute mit Geld. Das Penthouse mit zehn Zimmern auf 468 Quadratmetern kostet 11,6 Millionen Euro. Das ist dem Immobilienmakler Dahler & Company zu entnehmen. Eine 85-Quadratmeter-Wohnung ist für 1,8 Millionen Euro zu haben. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) nennt anlässlich der Grundsteinlegung das Gebäude „einen Wohnturm mit besonderen Attributen“, der für die unterschiedliche Nachfrage nach Wohnformen stehe. Als Sozialdemokrat schlage sein Herz ansonsten für bezahlbares Wohnen.

Zwei Drittel der Wohnungen seien bereits verkauft, teilt die FBW mit. Vor allem Menschen aus der Umgebung von Wiesbaden hätten Interesse an den Luxuswohnungen. Rund 80 Prozent der Erwerberinnen und Erwerber stammten aus dem unmittelbaren Umkreis. In den unteren drei Etagen sollen Boarding-Wohnungen untergebracht werden.

Der Wohnturm soll die markante Mitte eines städtebaulich ansprechenden Ensembles bilden. Zwei historische Stadtvillen liegen am Adolfsberg oberhalb des Wohnturms, rechterhand liegt das Palais, in dem das hessische Ministerium für Soziales und Integration untergebracht ist. Links steht das nagelneue Hotel Adina.

„Ich möchte die Idee des Wohnens am Adolfsberg transformieren,“ sagt der Schweizer Architekten Max Dudler, der für die Entwürfe des 11 000 Quadratmeter großen Areals verantwortlich ist. In europäischen Städten sollten die Zentren verdichtet bebaut werden. Am Adolfsberg sind sieben weitere Stadtvillen geplant. In den insgesamt neun Stadtvillen sollen 80 Wohnungen entstehen.

Die FBW hatte 2019 die Baustelle von der IFM Immobilien AG erworben und setzt deren Vorhaben leicht verändert fort.

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