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Wiesbadener Stadtwerke fürchten Stromausfälle im Winter

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Von: Diana Unkart

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Wenn viele Menschen, um Gas zu sparen, auf mobile Heizlüfter zurückgreifen, kann das zu einer Überlastung der Stromnetze führen. Der Chef der Stadtwerke hat einen besseren Spartipp.

Nach Angaben der Stadtwerke Wiesbaden Netz GmbH (sw netz) gefährden Heizlüfter das Wiesbadener Stromnetz. Das Unternehmen warnt vor einer Überlastung in den Wintermonaten. Heizlüfter seien keine Alternative zur Gasversorgung.

In den Wiesbadener Baumärkten sind sie derzeit besonders gefragt: Heizlüfter als vermeintliche Helfer bei knapper werdendem Gas. „Bloß nicht“, sagt Peter Lautz, Geschäftsführer von sw netz. „Beim übermäßigen Einsatz kann es zu Überlastungen unserer Stromnetze und damit zu unkontrollierbaren Stromausfällen kommen.“ Heizlüfter, Heizstrahler, Wärmekonvektoren oder Radiatoren werden an die Haushaltssteckdose angeschlossen und haben üblicherweise eine Leistung zwischen 1000 und 3000 Watt.

Bei dem Stromnetz handele es sich um ein fein aufeinander abgestimmtes System, das auf den üblichen Verbrauch ausgelegt sei, wenn auch mit einer Sicherheitsreserve, erläutert Lautz. Wird das Stromversorgungsnetz mit gleichzeitigen, plötzlichen und ungewöhnlich hohen Überlastungen konfrontiert, greifen Schutzmaßnahmen. Betroffene Netzbereiche werden automatisch abgeschaltet, es fließt kein Strom mehr. „Für alle Kundinnen und Kunden in diesen Bereichen kommt es zum Stromausfall.“

Anders als beispielsweise Nachtspeicher-Heizungen oder Wärmepumpen könnten die mobilen Heizgeräte bei einer drohenden Überlastung nicht von sw netz abgeschaltet werden. Schalten die Benutzer:innen während eines Stromausfalls die geräte nicht selbst aus, hat der Betreiber kaum Möglichkeiten, die Netze wieder schnell und zuverlässig hochzufahren. Ein langer Stromausfall könne die Folge sein. Hinzu komme ein weiteres Problem: Die derzeitige Kraftwerkskapazität reiche für diese zusätzlichen Lasten nicht aus.

Peter Lautz macht darauf aufmerksam, dass private Gaswärme-Kundinnen und -Kunden gesetzlich besonders geschützt seien. Auch bei einem Mangel würden sie weiter versorgt. „Wer sich effektiv vorbereiten möchte, sollte statt Heizlüfter zu kaufen bereits jetzt mit Energiesparmaßnahmen beginnen. Und Wartungen an Gasheizungen werden am besten vor dem Winter durchgeführt.“ diu

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