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Die Autofahrer müssen sich noch länger gedulden, bis sie über die neue A66-Brücke übers Salzbachtal rollen können.

Wiesbaden

Salzbachtalbrücke wird noch später fertig

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
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Der Abriss des Südteils der Brücke in Wiesbaden verzögert sich wegen einem Streit mit den Abbruchunternehmen. Der gesamte Terminplan für den Neubau gerät damit durcheinander.

Zuerst sorgte ein Baufehler für Verzug. Dann erwies sich der Untergrund als besonders heikel, deshalb musste für die Arbeiten mehr Zeit einkalkuliert werden. Gestern hat Hessenmobil eine erneute Verzögerung für die Fertigstellung der Salzbachtalbrücke angekündigt: Wegen eines Streits mit den beauftragten Abbruchunternehmen kann der südliche Teil der Brücke erst ein halbes Jahr später abgerissen werden.

Dies bringt die gesamten Terminplan für den Neubau der Brücke, die die A66 bei Wiesbaden über das Salzbachtal führt, in Verzug. Heiko Durth, Vizepräsident des Straßen- und Verkehrsmanagements Hessenmobil, sagt sogar, dass die Verzögerung länger dauern könnte, sollten sich Hessenmobil und Porr und Plauen Stahl Technologie, die den Auftrag gemeinsam durchführen, nicht einigen. Allerdings habe er die Hoffnung auf eine schnelle Lösung nicht aufgegeben.

Planung

Die Salzbachtalbrücke wurde 1963 erbaut. Seitdem hat sich der darüber fließende Verkehr vervielfacht.

Der Bau kann nicht mehr an die heutigen Erfordernisse angepasst werden. Daher soll die Brücke abgerissen und neu gebaut werden. Aktuell fährt der Verkehr über die nördliche Hälfte.

Der Neubau der ersten Brückenhälfte, der südlichen, sollte eigentlich 2023 und die zweite Hälfte 2025 fertig gestellt sein. mre

Die Autofahrer, die sich zurzeit auf den verengten drei Spuren in beiden Richtungen über die Brücke schlängeln, müssen also noch länger Geduld aufbringen. Der Grund für den Streit geht auf den Baufehler 2018 zurück. Um in der Folge die Brücke nicht für den Schwerlastverkehr zu schließen, wurden die Lastwagen vorübergehend von der Nord- über die Südbrücke geleitet. Porr und Plauen Stahl nehmen die zusätzliche Belastung des Bauwerks zum Anlass, das vertraglich abgestimmte Abbruchkonzept infrage zu stellen.

Wie Matthias Achauer, Projektleiter bei Hessenmobil, berichtet, sei eigentlich geplant, die Südbrücke von Sommer 2020 an Stück für Stück von Westen nach Osten abzubrechen. Der Schutt des jeweils abgeschnittenen Brückenteils soll in eine darunterliegende Wanne fallen, die auf einer Gitterrüstung befestigt ist und mitwandert. Die Abbruchfirma plädiere aber seit Monaten dafür, weite Teile der Brücke einzurüsten. Begründet werde dies mit einer stärkeren Materialermüdung als bisher vermutet.

Gutachten, die Hessenmobil erstellen ließ, bestätigten zwar einzelne Litzenbrüche im Stahl, so Achauer. Dennoch sei der Stahl ordentlich bearbeitet worden und in gutem Zustand. Das von der Firma geforderte Verfahren sei wahrscheinlich mit höheren Kosten verbunden.

„Wir sind der Ansicht, dass die Entwurfsplanung umgesetzt werden kann, obwohl die Brücke länger genutzt wurde“, versichert Vizepräsident Durth. Auch das Bundesverkehrsministerium unterstütze das Konzept von Hessenmobil.

Porr und Plauen Stahl teilen hingegen mit, dass sie Gefahren für die Verkehrsteilnehmer sähen. Die Brücke überquert Bahngleise und die Mainzer Straße. Eine statische Nachberechnung habe ergeben, dass der südliche Überbau der Salzbachtalbrücke für den stückweisen Rückbau aus Sicherheitsgründen nicht geeignet sei.

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