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Wiesbadener Politik möchten auf dem Sportparkdach mehr Strom ernten

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Von: Madeleine Reckmann

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Der Platz der Deutschen Einheit soll keine Tiefgarage erhalten.
Der Platz der Deutschen Einheit soll keine Tiefgarage erhalten. © Michael Schick

Die neue Kooperation fasst Beschlüsse, die die Stadt etwas klimafreundlicher machen.

Der große Aufschlag ist erst für nach der Sommerpause anvisiert. Die neue Kooperation von Grünen, SPD, Linken und Volt im Wiesbadener Rathaus hat sich viel vorgenommen. Bis 2035 möchten sie den Stadtkonzern klimaneutral machen. Auch bei den aktuellen Beschlüssen ist ihre Handschrift erkennbar. Die Wiesbadener Politik wird ökologischer.

Die Kooperation hat sich dagegen entschieden, die Planungen für den Sportpark Rheinhöhe zu verschieben. Das heißt nicht, dass sich aus ihrer Sicht nichts an dem 124-Millionen Euro-Projekt, das 2027 öffnen könnte, verbessern ließe. Im Bauausschuss setzten die vier Fraktionen jetzt gegen die Stimmen von FDP und AfD Änderungen durch, damit der Sportpark klimafreundlicher wird. CDU und Freie Wähler/Pro Auto enthielten sich.

Keine Tiefgarage

Auf den Dachflächen des Gebäudes, das eine Schwimmhalle und eine Eisbahn beherbergen soll, sollen so viele Photovoltaikanlagen wie möglich installiert werden. Die ursprüngliche Planung hatte nur die Zahl an PV-Anlagen vorgesehen, die den Eigenbedarf an Strom deckten. Das würde einer Leistung von 750 Kilowatt-Peak entsprechen. Jetzt soll sich die Stromernte um 1,5 Megawatt erweitert und der nicht benötigte Strom ins Netz eingespeist werden.

Für die Glasfront der Eissporthalle ist darüber hinaus eine bessere Dämmung, und zwar auf Passivhaus-Niveau, vorgesehen. Die Dämmung hätte zuvor aus Kostengründen nicht optimal ausfallen sollen, da die Halle nur auf zwölf Grad erwärmt werde, erklärte Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD). „Wir möchten das Optimum an Klimafreundlichkeit“, entgegnete die Grünen-Stadtverordnete Konny Küpper. Da zählten auch kleinere Effekte. Sollte es keine staatliche Förderung geben, könnte Geld aus dem Klima-Fördertopf der Stadt dafür entnommen werden.

Die zweite wichtige Entscheidung ist, dass unter dem Neubau des Alten Arbeitsamts am Platz der Deutschen Einheit keine Tiefgarage entstehen soll. Solange die CDU die Politik in der Stadt mitbestimmte, war geplant, 40 Stellplätze für die Elly-Heuss-Schule einzurichten. Jetzt wurden nicht nur die CDU, sondern alle Oppositionsfraktionen überstimmt. Da der Platz der Deutschen Einheit zu denen mit der besten Busanbindung gehört, möchten die vier Fraktionen auf die sechs Millionen Euro teure Tiefgarage verzichten. Dies, so der Antragstext, ermögliche eine attraktivere Gestaltung des Platzes und sei ein Beitrag zur Verkehrswende.

Ein weiteres Argument ist, dass vier Parkhäuser in der Umgebung nicht ausgelastet seien. Für die Lehrkräfte der Elly-Heuss-Schule könnten als Ersatz für die Tiefgaragenplätze Dauerparkausweise im Parkhaus City II angeboten werden. Linken-Stadtverordnete Brigitte Forßbohm verwies zudem darauf, dass der Untergrund wegen der Quellgebiete äußerst sensibel sei.

In der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag möchte die Kooperation mit den freien Wählern und Pro Auto eine Standortstrategie für den Bau eines nachhaltigen Rechenzentrums beantragen. Darin soll die Landeshauptstadt sich nicht nur als Standort für ein solches Zentrum in Stellung bringen. Es soll auch möglichst umweltverträglich gebaut und ein Standort so gewählt werden, dass die Abwärme als Fernwärme nutzbar ist.

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