1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Wiesbaden

Wiesbadener Piraten-Vorstand tritt zurück

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Kreisparteitag missbilligt Absetzung des Oberbürgermeister-Kandidaten – und wagt Neuanfang

Irgendwann wird es laut am Samstag im Saal an der Wiesbadener Adlerstraße. Anschuldigungen stehen im Raum – die Gemüter der Piraten aus der Landeshauptstadt sind nach den internen Streitereien der vergangenen Wochen erhitzt. Am Ende des außerordentlichen Kreisparteitags steht dennoch der Neustart.

Grund der Querelen: Kurz nach Weihnachten hatten die Vertrauensleute der Partei den Oberbürgermeister-Kandidaten Hans-Jörg Tangermann, immerhin vom Kreisparteitag offiziell ernannt, aus dem Rennen zurückgezogen. Das verärgerte vor allem die Basis.

Zunächst geht es aber ganz ruhig los – die Piraten diskutieren über Internes, verabschieden Anträge. Doch schnell geht es um die OB-Kandidatur. Der Parteitag soll das Vorgehen der Vertrauensleute missbilligen. Doch das Plenum ist tief gespalten.

Auf der einen Seite das Lager um den Vorsitzenden Bernd Fachinger, der behauptet, Tangermann habe sich nicht an Abmachungen gehalten und sei irgendwann nicht mehr tragbar gewesen. Auf der anderen Seite Tangermanns Anhänger und Wahlkampfhelfer, nach deren Meinung der basisdemokratische Gedanke der Piraten übergangen wurde. „Hier haben einige wenige nichtdemokratisch entschieden – das ist eine Schande“, erklärt der zurückgetretene Pressesprecher Andreas Scheuermann. Postwendend kontert Stadtverordneter Hendrik Seipel-Rotter: „Die Art und Weise wie der Kandidat abgesägt wurde, kann man kritisieren, aber dass er abgesägt wurde, finden hier viele gut.“ Am Ende missbilligt der Parteitag das Vorgehen der Vertrauensleute mit deutlicher Mehrheit.

Der Vorstand tritt daraufhin geschlossen zurück – wenn auch ohne Schuldeingeständnis. Zum neuen Kreisverbandsvorsitzenden wählen die Mitglieder Manuel Wüst. Auf dem Papier ist der Neuanfang gemacht, jetzt müssen die Piraten ihn in die Tat umsetzen. (fsl.)

Auch interessant

Kommentare