Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wiesbaden

Murnau-Stiftung in Not

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
    schließen

Schließung der Kinos und neue Internetwirtschaft zwingen zum Umdenken.

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie haben auch die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in Wiesbaden erfasst. Mit der flächendeckenden Schließung der Kinos gerät die privatrechtliche Stiftung in ein gefährliches Fahrwasser.

Das Murnau-Filmtheater, das Programmkino in den Räumen in der Murnaustraße, ist geschlossen. Die anderen Dienste, das Lizenzgeschäft und der Verleih, sind fast ganz zum Erliegen gekommen. Zudem verschärft die Pandemie die Probleme mit der Internetwirtschaft. „Unser Finanzierungsmodell funktioniert nicht mehr. Die Lücke ist gigantisch“, sagt Christiane von Wahlert, die Vorstandvorsitzende der Stiftung, auf Anfrage. Wie groß die Lücke ist, wollte sie nicht sagen. Gerüchten über Entlassungen tritt sie jedoch entgegen. Nur dem Filmvorführer sei gekündigt worden, da aktuell keine Filme gezeigt werden könnten. Die anderen 18 Mitarbeiter seien nicht betroffen.

Das Kuratorium und der Vorstand bemühten sich, bis zum Ende des ersten Halbjahres 2021 „die Weichen neu zu stellen. Ich habe Hoffnung und Mut nicht aufgegeben“, sagt von Wahlert. Die Murnaustiftung müsse ihre eigenen Erlöse erzielen. Öffentliche Zuschüsse erhalte sie nicht.

Ihre Aufgabe ist es, historische Filme zu bewahren, Lizenzen zu vergeben und Filme zu verleihen. Schwerpunkt der Sammlung sind Filme aus der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus. Die Stiftung ist Nachfolgerin ehemaliger großer deutscher Produktionsfirmen wie Ufa und Bavaria. Die Filmnegative und -kopien werden in Depots in Wiesbaden, Koblenz und Berlin aufgehoben und restauriert.

Darüber hinaus ist die Stiftung treuhänderisch für Rechteinhaber und Verleiher tätig. Das Einzige, was zurzeit laufe, sei das Lizenzgeschäft mit Ausschnitten des Archivmaterials, erzählt von Wahlert. Das könnten Filmemacher kontaktlos verarbeiten, während ein Dreh gerade schwierig sei.

Besondere Sorgen bereitet von Wahlert, dass Internetdienste wie Amazon, Facebook oder Netflix immer größere Marktanteile gewinnen. „Der Anteil der Wertschöpfung hat sich zum Point of Sale, also den Streamdiensten verschoben“, sagt sie. Ein Rechteinhaber wie die Murnaustiftung verdiene nur noch Pfennigbeträge.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare