Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Nach der Segnung in der Bonifatiuskirche beginnt der ehrenamtliche Dienst.
+
Nach der Segnung in der Bonifatiuskirche beginnt der ehrenamtliche Dienst.

Wiesbaden

Wiesbadener Hundestaffel vor dem Aus

  • VonDiana Unkart
    schließen

Seit 2017 sind die Tiere der Hundestaffel als Besuchs- und Begleitungsdienst in Heimen und Kitas. Nun endet der Pachtvertrag für ihr Trainingsgelände.

Kai Stoiber hat die Malteser Hundestaffel in Wiesbaden aufgebaut. 17 Hunde sind seit 2017 ausgebildet worden. Ende Juni hat ein neuer Ausbildungskurs zum Malteser Besuchs- und Begleitungsdienst begonnen. Es könnte der vorerst letzte sein, denn der Pachtvertrag für das Gelände des Wiesbadener Vereins „Deutscher Teckelklub 1888“, auf dem die Hunde trainiert werden, läuft zum 30. September aus. Ein neues Vereinsgelände gibt es bislang nicht.

Die Wiese, auf der die Hunde trainiert werden, liegt in einem Naturschutzgebiet. Die Stadt wird das Areal künftig pflegen, teilt das Umweltdezernat mit – unter anderem mit dem Ziel, den Bestand des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings, einer Schmetterlingsart, zu stabilisieren. Der sei eine europaweit gefährdete Schlüsselart und stehe unter besonderem Schutz. Dort, wo heute Hunde auf gemähten Wiesen ihre Ausbildung absolvieren, sollen sich in den kommenden Jahren viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten ansiedeln.

Zwölf Hunde bereitet Trainerin Ingeborg Wecker derzeit auf ihren Einsatz in Alten- und Pflegeheimen vor. Bevor ein Prüfer oder eine Prüferin nach etwa acht Wochen das Wesen der Tiere beurteilen wird, unternehmen sie Stadtspaziergänge und werden stressigen Situationen ausgesetzt. Sie sollen lernen, auch in trubeligen Situationen ruhig zu bleiben. Nach der Segnung in der Bonifatiuskirche beginnt der Dienst der Hundehalter:innen mit ihren Tieren. „Immer mehr Seniorenheime interessieren sich für unser ehrenamtliches Engagement“, sagt Kai Stoiber. Drei Einrichtungen in Wiesbaden und eine in Kiedrich im Rheingau besucht die Malteser Hundestaffel zurzeit ein- bis zweimal im Monat. Meistens sind dann drei oder vier Hunde mit ihren Herrchen oder Frauchen zu Gast. Für viele Bewohnerinnen und Bewohner sei der Hundebesuch eine willkommene Abwechslung. „Hochdemente Menschen, die nahezu regungslos im Rollstuhl saßen, fangen plötzlich an, die Tiere zu kraulen.“ Aktuell würden Gespräche mit Heimen in Flörsheim und Liederbach geführt.

Im Wiesbadener Stadtteil Biebrich warten die Kinder auf ihre Kita-Hunde, es sind ausgebildete Begleithunde. Die Kinder dürfen sie streicheln und frisieren, mit ihnen kuscheln und sie dressieren. Für Hündin Mathilda gebe es eine eigene Bürste mit Namensschild, berichtet Kai Stoiber.

Wie es im kommenden Jahr mit der Malteser Hundestaffel weitergeht, ist offen. Ohne geeignetes Gelände könnten keine Hunde mehr ausgebildet werden. Mit dem Teckelklub existiert eine Kooperationsvereinbarung. Das Gelände eigne sich hervorragend für das Besuchshund-Training, sagt Stoiber. Zudem schätzen die Malteser die Expertise der Trainerinnen und Trainer des Vereins. Es sei schwierig, kompetente Leute zu finden. „Nun ist alles offen.“ Kämen keine neu ausgebildeten Hunde nach, sei „der Dienst über kurz oder lang platt“.

Genauso wie der Verein, sagt Vorsitzende Ingrid Henrich. Den gibt es seit 98 Jahren. Die Mitglieder teilten nicht nur das Interesse an den Hunden und deren Ausbildung, sie verbänden oft auch Freundschaften. „Für viele gehören die Treffen am Samstag zur Wochenplanung.“ Etwa 40 Grundstücke in Wiesbaden, Mainz und dem Rheingau hätten sich die Vereinsmitglieder in den vergangenen Jahren angeschaut. Keines sei infrage gekommen. Einige Voraussetzungen müssten erfüllt sein: Das Areal sollte gut gelegen und an den ÖPNV angebunden sein. Es müsse eine gewisse Größe haben, idealerweise im Wald liegen und sollte über einen guten Boden verfügen, damit sich die Hunde nicht verletzten.

Am Montag sei ein Grundstück begutachtet worden, das in die engere Auswahl komme. „Es gibt einen Lichtblick am Horizont,“ sagt Ingrid Henrich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare