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In den Helios-Dr. Horst-Schmidt-Kliniken können Covid-Patienten mit Antikörpern passiv immunisiert werden.
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In den Helios-Dr. Horst-Schmidt-Kliniken können Covid-Patienten mit Antikörpern passiv immunisiert werden.

Wiesbaden

Wiesbadener Helios-Kliniken behandeln Covid mit Antikörpern

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Bei einer passiven Immunisierung in den Helios-Dr. Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden werden die Antikörper als Infusion verabreicht.

Für Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht gegen das Coronavirus impfen lassen können, ist es eine gute Nachricht. Und auch für Personen, die sich nicht impfen lassen möchten, könnte die neue, an den Helios Dr. Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) praktizierte, Antikörper-Therapie die Rettung sein. Die HSK hat Teil an der Erprobung ganz neuer Behandlungsmethoden, die von der Bundesregierung gesteuert werden. Nur bestimmte Apotheken oder klinische Zentren erhalten die Präparate. Als eines der sechs koordinierenden Krankenhäuser in Hessen gehören die HSK dazu.

Die Heilung versprechenden Antikörper werden in Laboren hergestellt und als Präparate namens Casirivimab und Imdevimab verkauft. Bei dieser passiven Immunisierung werden die Antikörper als Infusion verabreicht. Die Bundesregierung beschafft sie zentral und teilt eine bestimmte Anzahl Dosen kostenfrei den Krankenhäusern zu. Formal sind die Präparate für die Anwendung in Deutschland noch nicht zugelassen. Allerdings hat die Europäische Arzneimittelagentur EMA am 12. November grünes Licht gegeben. Deshalb dürfen sie kontrolliert eingesetzt werden.

Da auch seit Oktober Leitlinien vorliegen, wie Ärzte und Ärztinnen die Antikörper-Präparate bei Patient:innen mit Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf einsetzen können, legen die HSK nun los. Die Behandlung ist notwendig, wenn die Patient:innen keine oder nur sehr wenige eigene Antikörper gegen Corona bilden. Die Leitlinien stellten klar, „in welchem Fall und zu welchem Zeitpunkt man die Antikörper verabreicht“, berichtet Tim Hirche, Chefarzt der Lungenklinik der Helios HSK. Das sei bei ungeimpften Personen der Fall und bei Patient:innen, deren Immunsystem keine Antikörper bilden kann, etwa, weil sie an einer Krebserkrankung oder einer Immunschwäche leiden.

„Da die therapeutischen Antikörper nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen, muss vor jedem Einsatz die Indikation sorgfältig geprüft werden“ so Hirche. Das bedeute, dass das Präparat nur dann gegeben werde, wenn das Risiko eines schweren Verlaufs vorliege, die Symptome erst vor wenigen Tagen aufgetreten seien und eine verminderte Immunantwort gegen das Coronavirus zu erwarten sei. Derzeit könnten 63 Patienten mit der Antikörper-Therapie behandeln werden, teilen die HSK auf Anfrage mit. Das Krankenhaus werde jedoch alles dransetzen, um mehr Dosen zu erhalten. Aktuell liegen in den drei Wiesbadener Akutkrankenhäusern 50 Covid-Patienten auf Normalstation und 19 auf Intensivstation.

Als Voraussetzung für die neue Behandlung muss zunächst jedoch festgestellt werden, ob die Patient:innen eigene Antikörper bilden. Aus diesem Grund bauen die HSK in den kommenden Wochen in ihrem Labor die Infrastruktur aus. So könne die Klinik „innerhalb weniger Stunden selbst bestimmen, ob bei Corona-Patienten eigene Antikörper vorliegen oder ein relevanter Mangel besteht“, sagt die Direktorin des HSK-Instituts für Labordiagnostik und Hygiene, Alexandra Dorn-Beineke. Externe Tests dauerten zu lange. „Es kommt darauf an, die Antikörper so früh wie möglich zu geben, um einen schweren Verlauf zu verhindern“, sagt sie.

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