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Wiesbadener Grüne wählen Christiane Hinninger zur Kandidatin

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Von: Madeleine Reckmann

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Christiane Hinninger (Grüne) möchte Dezernentin für Umwelt und Wirtschaft werden.
Christiane Hinninger (Grüne) möchte Dezernentin für Umwelt und Wirtschaft werden. © Monika Müller

Kommunalpolitikerin soll Dezernentenamt übernehmen . 77 Prozent der Mitglieder stimmen mit Ja.

Die Wiesbadener Grünen haben die Kommunalpolitikerin Christiane Hinninger zur Kandidatin für das seit Jahren vakante Amt der hauptamtlichen Dezernentin im Rathaus bestimmt. Ein anderes Ergebnis war auf der Kreismitgliederversammlung kaum zu erwarten - trotz der bundesweiten Ausschreibung der Stelle.

Hinninger bringt nicht nur langjährige Erfahrung im Politik-Betrieb mit, sondern legt eine hohe Fachkompetenz und das nötige Selbstbewusstsein an den Tag. Es ist somit ziemlich sicher, dass die 61-Jährige die künftige Dezernentin für Umwelt, Wirtschaft, Gleichstellung und Digitalisierung im Rathaus wird. Die Grünen haben in der Kooperation von Grünen, SPD, Linke und Volt das Vorschlagsrecht für die Position, und nach den Partei-Regeln ist die Stelle mit einer Frau zu besetzen. Am 29. September soll Hinninger in der Stadtverordnetenversammlung gewählt werden. Mit dieser Stelle verbunden ist das Amt des Bürgermeisters, das nach dem Ausscheiden des CDU-Dezernenten Oliver Franz im Sommer 2023 frei wird. Hinninger könnte dann also auch Bürgermeisterin werden.

Im Namen der Findungskommission hatten Kristina Jeromin und Verena Korban den Partei-Mitgliedern die Biologin, die um die Jahrtausendwende bereits Umwelt- und Verkehrsdezernentin war und darüber hinaus zweimal als Oberbürgermeister-Kandidatin antrat, als die am besten geeignete Kandidatin empfohlen. Und Hinninger präsentierte sich versiert und selbstsicher. Dennoch votierten nur 48 der 62 anwesenden Stimmberechtigten für Hinninger als Kandidatin, das sind 77 Prozent. Hinninger erhielt Blumen und viel Applaus für das Ergebnis.

Einige der Grünen-Mitglieder wunderte es nicht, dass Hinninger nicht besser abschloss. „Ich bin froh, dass wir kein Ergebnis über 90 Prozent haben“, sagte die frühere ehrenamtliche Stadträtin Helga Brenneis. „Wir sind immer noch die Grünen, die für ihre kritischen Stimmen bekannt sind. Das muss für Hinninger ein Ansporn sein.“

Andere fanden, dass die Findungskommission zu rasch über die anderen Kandidatinnen hinwegging und zu wenig über sie informierte. Jeromin und Korban hatten von zwei weiteren Frauen gesprochen, die sie zu Vorstellungsgesprächen eingeladen hatten und die sie nach dem gleichen Fragebogen wie Hinninger befragten, aber keine Einzelheiten genannt. Die Grünen-Kandidatin Hinninger hatte sich bei der Vorstellung als stressresistent bezeichnet. Diese Eigenschaft wird sie im Amt brauchen - auch innerhalb der Partei.

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