Wiesbaden

Wiesbadener Feuerwehr erhält Preis

  • Fabian Böker
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Die Feuerwehr wird als Träger des Rettungsdienstes für ein Projekt für ältere Menschen ausgezeichnet.

Die Wiesbadener Berufsfeuerwehr ist als Trägerin des Rettungsdienstes mit dem Dr.-Theo-und-Friedl-Schöller-Preis ausgezeichnet worden. Das teilte die Stadt mit.

Konkret verliehen wurde der Preis für das Projekt „Multiprofessionelles und intersektorales Schnittstellenmanagement für ältere Notfallpatienten mit sozialen Bedarfen“. Das wurde 2018 ins Leben gerufen, in enger Kooperation mit den Beratungsstellen für selbständiges Leben im Alter. Ziel ist das Erkennen und Aufgreifen sozialer Bedarfe älterer zu Hause lebender Menschen und die Vermeidung von Krankenhausaufnahmen aus sozialer Indikation.

Im Klartext heißt das für die Rettungsdienstbesatzungen, dass sie beim Einsatz vor Ort soziale Problemlagen identifizieren und diese mit einem hierfür erstellten Formular an die Beratungsstellen melden. Zu diesen Bedarfen zählen unter anderem Zeichen der Verwahrlosung oder soziale Isolation.

Die zuständigen Sozialarbeiter oder Sozialarbeiterinnen benachrichtigen dann entweder den Krankenhaussozialdienst oder nehmen, wenn die betroffene Person zu Hause belassen werden kann, direkt Kontakt mit ihr auf.

Das Verfahren wird im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitforschung des Wiesbadener Netzwerks für Geriatrische Rehabilitation durch das Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg eng wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

Dass die Feuerwehr in ein derartiges Verfahren überhaupt eingebunden ist, ist auf das Jahr 2016 zurückzuführen. Damals wurde die Berufsfeuerwehr zum Träger des Rettungsdienstes in der Landeshauptstadt. Das wiederum lag daran, dass der Rettungsdienst zunehmend zu Einsätzen gerufen wurde und wird, bei denen nicht die Verletzungen oder Erkrankungen im Vordergrund stehen, sondern die schlechte Versorgungssituation vieler zu Hause lebender älterer Menschen. Bei diesen Einsätzen hatte der Rettungsdienst in der Vergangenheit oft nur die Möglichkeit, die Betroffenen in eine Akutklinik zu bringen, obwohl sie nicht unbedingt eine Krankenhausbehandlung benötigten.

Der nun vergebene Preis wird jährlich vom Klinikum Nürnberg ausgeschrieben, um Projekte zu fördern, die geeignet sind, die vielfältigen Herausforderungen der Versorgung älter Menschen positiv zu gestalten und sich durch ihren Innovationswert auszeichnen. Dotiert ist er mit 20 000 Euro.

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