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Wollen Grün in der Stadt: Christina Kahlen-Pappas und Sabine Maritzen (v.l.) vom Bündnis Stadtklima.
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Wollen Grün in der Stadt: Christina Kahlen-Pappas und Sabine Maritzen (v.l.) vom Bündnis Stadtklima.

Wiesbaden

Wiesbadener Bündnis fordert mehr Tempo beim Klimaschutz

Die Initiative erinnert an das Pariser Abkommen und das Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Demonstration vor der Stadtverordnetenversammlung.

Heute Nachmittag werden die Mitglieder des Wiesbadener Bündnisses Stadtklima den Politikerinnen und Politikern vor der Stadtverordnetenversammlung wieder Plakate entgegengehalten. „Schilderdemo“ nennen sie den Protest, der wegen der Corona-Bestimmungen ohne Kundgebung auskommen wird. „Wir fordern, dass die Stadtverordneten bei allen Entscheidungen den Aspekt des Klimawandels berücksichtigen“, erklärt Sabine Maritzen, die in dem Bündnis die Bürgerinitiative Fort Biehler vertritt. Ihrer Ansicht nach gilt es, sofort gegen den Klimawandel tätig zu werden. Mit der Aktion erinnert das Bündnis auch an das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens und an das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutz.

Die Mitglieder des Bündnisses sind der Auffassung, dass der Beschluss zum Klimanotstand, den das Wiesbadener Parlament 2019 gefasst hat, nicht ausreichend mit Leben gefüllt und somit bedeutungslos ist. „Es braucht einen Handlungsleitfaden für alle Ämter in Wiesbaden, außerdem sollen die Ergebnisse der Klimprax-Studie beachtet werden“, fordert Bündnis-Sprecherin Christina Kahlen-Pappas von der Initiative Zukunft Schierstein, und formuliert das, was zu tun ist, in einem knappen Satz: „Hört auf die Experten.“ Auch im Wiesbadener Umweltamt gebe es Fachleute, deren Expertisen nicht ausreichend beachtet würden. „Die Einlassungen des Umweltamts zu Bebauungsplänen werden weggewogen“, sagt die Redakteurin und Juristin.

Die Klimprax-Studie untersuchte am Beispiel der Städte Mainz und Wiesbaden, wie sich der Klimawandel in den Stadtteilen und der Umgebung auswirkt. Für Schierstein, sagt Kahlen-Pappas, prognostiziere die Studie bis 2030 eine Verdoppelung der Tropennächte auf 28 pro Jahr. Das Wiesbadener Umweltamt erstellte ebenfalls Klimafunktionskarten, die die Erwärmung des Stadtgebiets dokumentieren.

Maritzen und Kahlen-Pappas möchten diese Entwicklung nicht hinnehmen. „Jeder muss in der eigenen Stadt etwas ändern“, sagen sie. Die Politik solle das ihre beitragen, auf allen Feldern: Luftreinhaltung, Bodenschonung, Erhalt der Artenvielfalt.

Der Schwerpunkt der Forderungen des Bündnisses Stadtklima liegt auf dem sparsamen Umgang mit Land, das zum Stadtgrün beiträgt, das der Landwirtschaft dient oder wo Kalt- und Frischluft entsteht oder weitergeleitet wird. Das birgt Konflikte mit denen, die Bauprojekte vorantreiben. „Das stößt uns auf das Tabuthema: Gibt es Grenzen des Wachstums?“, sagt Kahlen-Pappas. Konkret stellt sich das Bündnis gegen die Bebauung des Ostfelds bei Erbenheim, der Hammermühle in Biebrich, der Flächen „Auf den Eichen“ am Gräselberg, an den Helios-Horst-Schmidt-Kliniken in Dotzheim, des Schiersteiner Osthafens und des Westfelds bei Dotzheim. Die Stadtverordneten, die die Beschlüsse zu den Baugebieten zu fassen haben, werden dem Bündnis Stadtklima also noch oft begegnen.

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