Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Im Werkstattgebäude der Ebert-Schule können Lerngruppen flexibel zusammenarbeiten. Foto: Rolf Oeser
+
Im Werkstattgebäude der Ebert-Schule können Lerngruppen flexibel zusammenarbeiten.

Wiesbaden

Wiesbadener Berufsschulen auf Vordermann bringen

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
    schließen

Stadt investiert 140 Millionen Euro in das Zentrum / Neubau der Friedrich-Ebert-Schule soll 2023 fertig sein

Auf das Werkstattgebäude ist Andreas Kirschner, Schulleiter der Friedrich-Ebert-Schule, besonders stolz. Es steht für zukunftsweisenden Unterricht. In dem etwa 450 Quadratmeter großen Saal im Obergeschoss zeigt Kirschner, wie flexibel Lernen heute sein kann. An rollbaren Elektro-Boards mit simulierten Schaltkreisen eines Hauses können die Auszubildenden üben. In mobilen Werkzeugwagen liegen Zangen bereit. Werden sie nicht benötigt, verschwinden sie im Lager mitten im Raum.

Aus an der Decke befestigten Schienen lassen sich Strom, IT-Anschlüsse, Starkstrom und Druckluft an den flexiblen Arbeitsinseln auf Arbeitshöhe bringen. Der Raum ist lärmgedämmt. „Lehrer und Schüler können so flexibel und fächerübergreifend zusammenarbeiten“, erläutert Kirschner. Das pädagogische Konzept, Theorie und Praxis möglichst anschaulich zu vermitteln, könne besonders gut umgesetzt werden.

Das Berufsschulzentrum

Fünf Berufsschulen bilden in der Wettiner-, Brunhilden- und Welfenstraße das Wiesbadener Berufsschulzentrum. Über 10 000 Personen werden dort auf fast alle Berufe vorbereitet.

An der Kerschensteinerschule werden Auszubildende in handwerklich-technischen, naturwissenschaftlichen und gestalterischen Berufen ausgebildet. Die Louise-Schröder-Schule ist eine Schule für Sozialwesen und Ernährung.

Die Schulze-Delitzsch-Schule hat einen betriebswirtschaftlichen und kaufmännischen Schwerpunkt.
Die Friedrich-List-Schule bildet für die Verwaltung und die Wirtschaft aus.
Die Friedrich-Ebert-Schule ist eine Schule für Technik. mre

Die Landeshauptstadt ist seit etwa zehn Jahren dabei, die fünf zum Berufsschulzentrum gehörenden Schulen, die viele Jahre nicht modernisiert worden waren, wieder auf Vordermann zu bringen. 2011 erhielt die Schulze-Delitzsch-Schule mit dem Schwerpunkt Wirtschaft ein neues Gebäude. Das 2015 erbaute Werkstattgebäude an der Friedrich-Ebert-Schule ist so etwas wie das Vorzeigemodell für die Erneuerungen der benachbarten Berufsschulen, sagt Katharina Mahan vom städtischen Schulamt. Etwa 140 Millionen Euro investiert die Stadt derzeit in den Standort. Die Friedrich-List-Schule wird erweitert. Die Tage des dortigen hellblauen Baus, wo kaufmännische Berufe ausgebildet werden, sind gezählt. Die Aula ist gesperrt, die Feuerwehr erlaubt nur noch die Nutzung des Untergeschosses. An seiner Stelle soll 2024/25 ein neues Gebäude mit Verwaltungs- und Klassenräumen entstehen. Die zwölf Container für den Unterricht im hinteren Teil der Schule sollen dann entfallen. Später soll auch die Kerschensteinerschule ein neues Laborgebäude bekommen. „Gerade läuft die Machbarkeitsstudie“, sagt Mahan. Außerdem ist geplant, eine neue Großsporthalle als Ersatz für die marode Wettiner Sporthalle zu bauen.

„Wir begrüßen die Investitionen in die Berufsschulen. In Zeiten des digitalen Wandels tragen Schulgebäude und die Ausstattung erheblich dazu bei, einer zukunftssicheren Ausbildung gerecht zu werden“, teilt Christine Lutz, Geschäftsführerin Bildung an der Industrie- und Handelskammer, auf Anfrage mit. Die Modernisierungen in der Friedrich-Ebert-Schule mit dem Schwerpunkt Industrie 4.0 seien ein besonders gutes Beispiel dafür. Auch Andreas Haberl von der Handwerkskammer hält die Modernisierung für „extrem wichtig für die duale Ausbildung“.

Direkt neben dem Werkstattgebäude heben Bagger die Grube für das neue Hauptgebäude der Friedrich-Ebert-Schule aus. Dort sollen die Klassenräume so konzipiert werden, dass die Lehrer und Lehrerinnen mit ihren Schülerinnen und Schülern auch praktisch arbeiten können, mit der passenden Software für die jeweiligen Berufsgruppen, erläutert Kirschner. Die zwanzig Klassenraumcontainer gegenüber dem Hauptgebäude sind dann überflüssig. Der Neubau soll 2023 fertig werden. Im Anschluss wird das alte Hauptgebäude von 1979, ein an den Brutalismus erinnernder Betonbau, abgerissen. Eine Wirtschaftlichkeitsstudie hatte ergeben, dass eine Sanierung teurer kommen würde als ein Neubau. Inzwischen werde kein Raum mehr so genutzt, wie es ursprünglich vorgesehen war, so Kirschner. Die Jahre hätten neue Erfordernisse für den Unterricht gebracht, die der Bau nicht mehr hergebe.

Die Baugrube für den Neubau wird schon ausgehoben. Der Altbau der Friedrich-Ebert-Schule im Hintergrund soll abgerissen werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare