Erkrankt das Personal, wird es eng für die Versorgung in Heimen.
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Erkrankt das Personal, wird es eng für die Versorgung in Heimen.

Wiesbaden

Antoniushaus muss sich Hilfe von außen holen

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
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40 Bewohner und 18 Mitarbeiter wurden positiv getestet. Jetzt unterstützt eine Leiharbeitsfirma das Personal.

Das Wiesbadener Antoniushaus wurde in den vergangenen Wochen schwer von der Pandemie getroffen. 40 Bewohner:innen und 18 Mitarbeiter:innen des Senior:innenwohnheims des Caritas-Diözeseverbands Limburg steckten sich Anfang November mit dem Coronavirus an. Drei der Bewohner:innen starben mit Covid-19.

Noch immer befinden sich die meisten der positiv getesteten älteren Männer und Frauen in Quarantäne – seit mindestens zwölf Tagen. Ihre Isolierung dauere vorsorglich noch an, da die Ergebnisse der zweiten Testung vom 9. November gestern noch nicht vorlagen, teilte Geschäftsführer Michael Portz mit. Eine Hängepartie.

Das Lücken, die das Virus beim Personal schlägt, kann das Antoniusheim, in dem 145 Senioren und Seniorinnen leben, nicht aus eigener Kraft schließen. Wegen des ohnehin bestehenden Mangels an Altenpfleger:innen musste sich die Einrichtung jetzt Hilfe von außen holen. „Wir nehmen einen externen Dienstleister in Anspruch, der uns bei der Betreuung unterstützt“, sagte Portz. Acht Personen, die Erfahrungen im Umgang mit der Senior:innenbetreuung unter Pandemie-Bedingungen haben, helfen jetzt mindestens bis Ende der Woche aus. Kürzlich war die Personalsituation so angespannt, dass nach Bekanntwerden der positiven Testergebnisse Betreuer:innen ohne Krankheitssymptome sich für drei Tage um die positiv getesteten Bewohner:innen kümmerten.

Portz’ Hoffnung liegt auf den vom Bundesgesundheitsministerium versprochenen Antigen-Schnelltests. Mit diesen könnten die Bewohner:innen, das Personal und die Angehörigen unkompliziert auf das Virus getestet werden. Allerdings kritisiert er die bürokratischen Hürden, um beim Regierungspräsidium die Finanzierungsbestätigung für die Schnelltests zu beantragen. Erst mit genügend Schnelltests könne er das Antoniusheim schrittweise für die Angehörigen wieder öffnen. Aktuell gilt ein Besuchsverbot.

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