Wiesbaden

Wiesbaden: Weniger Nachmittags-Betreuung an Grundschulen

  • Petra Zeichner
    vonPetra Zeichner
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Zwar sind die Grundschulen in Wiesbaden ab dem 22. Juni hessenweit wieder voll geöffnet. Doch in Wiesbaden gibt es für die Betreuung nachmittags nicht genug Personal. 

Wenn ab dem kommenden Montag die Grundschulen wie geplant wieder voll öffnen, können in Wiesbaden nicht alle Kinder am Nachmittag auch dort betreut werden. Ob bei einer Betreuenden Grundschule, bei einem freien Träger oder einem Förderverein der Grundschulkinderbetreuung – „unser Ziel, allen Kindern mit Betreuungsvertrag ein tägliches Betreuungsangebot bis 15 oder 17 Uhr anbieten zu können, ist aufgrund der Vorgaben des Landes Hessen nicht umsetzbar“, sagt Sozialdezernent Christoph Manjura (SPD) in einer Mitteilung.

Gemeint sind die in der nachmittäglichen Betreuung geltenden Corona-Regeln zu Mindestabstand und maximaler Gruppengröße von 15 Kindern. Im Grundschulunterricht jedoch soll die Abstandsregel wegfallen. Grund dafür ist laut einem Sprecher des Hessischen Kultusministeriums, dass es im Vormittags-Unterricht feste Gruppen gibt, die Kinder durchmischen sich nicht.

Nachmittags jedoch kommen die Schüler in unterschiedlicher Zusammensetzung in verschiedenen Angeboten zusammen. Infektionen könnten sich so schneller verbreiten.

Um tatsächlich alle angemeldeten Kinder mit Abstand betreuen zu können, bräuchte die Stadt viel mehr Räume, sagte Thomas Schreier, Referent des Sozialdezernenten, gestern auf FR-Anfrage. Auch „bekommen wir das personell nicht abgedeckt.“

Die Stadt will deshalb die Platzvergabe von Kriterien abhängig machen: Kinder, deren Eltern beide berufstätig sind (die Berufsgruppe spielt keine Rolle); Kinder berufstätiger und studierender Alleinerziehender; Kinder, deren Betreuung in den Einrichtungen aufgrund einer Entscheidung des zuständigen Jugendamts zur Sicherung des Kindeswohls dringend erforderlich ist; Härtefallregelung für diejenigen Familien, für die der Wegfall des Betreuungsangebots in den Einrichtungen eine besondere Härte im Alltag darstellt.

„Wir werden über die Betreuenden Grundschulen und die freien Träger der Grundschulkinderbetreuung in den nächsten Tagen auf die betroffenen Kinder und Eltern zugehen“, kündigt Manjura an.

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