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Das RMCC: Keine Kongresse, aber Impfzentrum und Fotokulisse für Hochzeitspaare.
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Das RMCC: Keine Kongresse, aber Impfzentrum und Fotokulisse für Hochzeitspaare.

Wiesbaden

Wiesbaden: Veranstaltungsbranche sortiert sich für die Zeit nach dem Lockdown

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
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Die Corona-Pandemie hat der Veranstaltungsbranche schwer zugesetzt. Ein Kongress in Wiesbaden sucht nun nach Lösungen für die Zeit nach dem Lockdown.

Vor einem Jahr wurde im Rhein-Main-Congresscenter (RMCC) der Ball des Sports glanzvoll gefeiert. Jetzt beherbergt es ein Impfzentrum. In der Zeit dazwischen blieben die Tagungssäle leer. Das Pandemiejahr 2020 hat der städtischen Wiesbaden Congress- und Marketing-Gesellschaft nach Auskunft von Bürgermeister Oliver Franz (CDU) ein Defizit von fünf bis neun Millionen Euro beschert.

Bei dem Verlustgeschäft soll es aber nicht bleiben. Aktuell findet im RMCC ein digitaler Kongress der Veranstaltungsbranche statt, der mit 35 Expertinnen und Experten nach Lösungen für die Zeit nach dem Lockdown sucht. „Pfade der Zukunft“ heißt das Gipfeltreffen.

„Wir wollen alles tun, um erfolgreich zu sein“, sagt Geschäftsführer Martin Michel. Er glaubt fest daran, dass sich Menschen auch in Zukunft persönlich treffen müssen, um sich kennenzulernen, Netzwerke zu weben und Geschäfte abzuschließen. Sobald Messen und Tagungen wieder stattfinden dürften, solle das RMCC als „führende Kongressdestination“ wieder an der Spitze dabei sein, so Michel, „auch wenn sich die Formen ändern“.

Dass sich die Formen ändern, steht jetzt schon fest. Die Digitalisierung sei die größte Herausforderung. „So wie Netflix die Medien herausfordert, Amazon den Einzelhandel, so sind es Formate wie Zoom, die quasi über Nacht ein neues Format und einen neuen Kanal aufgezogen haben“, sagt Michel. Aber Messen und Kongresse werde es dennoch geben. Denn sie seien „Bühnen, auf denen sich die Teilnehmer performen“. Es sei ein Irrglaube, dass die Leute nur wegen des Inhalts kämen. Sie wollten sich vernetzen, von Erfolgen erzählen, sich beruflich weiterentwickeln, „eben das ganze Socializing. Wir sind als People Pilots unterwegs.“ Deshalb sind auf dem Kongress neue Kundenansprüche, die „Kulturtechnik der Achtsamkeit“ und „Was läuft anders in Asien“ Thema, und die Trendforscherin Li Edelkoort teilt ihre Erkenntnisse. Der Chef der Messe Düsseldorf erzählt vom Caravan-Salon, einem Präsenzformat unter Corona-Hygieneregeln. Jürgen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, und Jan Heckmann, Leiter der Internationalen Automobil-Ausstellung, berichten von ihren Erfahrungen.

„Digitalisierung eröffnet uns Reichweiten, von denen wir nur träumen konnten“, erläutert Michel. So könnten im RMCC tausend Teilnehmer auf einer Veranstaltung zusammenkommen, die alle Vorzüge der Präsenz genössen. Darüber ließe sich ein Vielfaches an Besuchern in Onlineformaten vom Streamings bis zu Clips und Edutainments zuschalten.

Für den Kulturwissenschaftler Helmut Maternus Bien, der das Programm kuratierte, sollen die Zukunftsperspektiven wie ein Antidepressivum wirken. Denn die Branche leide massiv, es gebe schon Suizide. Am Ende sollten Instrumente für Präsenzveranstaltungen stehen.

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