Sergeant Raelyn Meisenbach aus Pittsburgh (Pennsylvania) steht am Donnerstag (14.06.2012) vor dem neuen Europa-Hauptquartier der US-Armee in Wiesbaden-Erbenheim
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2012 vor dem Europa-Hauptquartier in Wiesbaden: Sergeant Raelyn Meisenbach aus Pittsburgh (Pennsylvania).

Wiesbaden

Truppenverlegung der US-Armee verzögert Schulbau in Mainz-Kastel

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
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Die Stadt Wiesbaden will ein Gymnasium in Kastel bauen – auf einem Grundstück der US Army. Doch wann die Streitkräfte ihre Flächen freigeben, ist unklar.

  • In Wiesbaden-Kastel befindet sich das Europa-Hauptquartier der US-Army.
  • In Kastel möchte die Stadt Wiesbaden ein Gymnasium bauen.
  • Das Gelände befindet sich aber noch in Besitz der US-Armee.

In Wiesbaden entscheidet die große Weltpolitik darüber, wo die Kinder zur Schule gehen. Zumindest haben die aktuellen Ankündigungen über die Truppenverschiebungen der US-Armee in Europa dem Stadtplanungsamt fürs Erste einen Strich durch die Rechnung gemacht, in Kastel ein Gymnasium für die Stadtteile an der Rheinschiene zu bauen.

Die Landeshauptstadt ist seit 2012 Standort des Europa-Hauptquartiers des US-Heeres. Tausende US-Soldaten sind in Wiesbaden stationiert und das Militär verfügt über viele Hektar innerstädtischen Platz.

Das Gymnasium am Rhein war auf einem Geländestreifen in Kastel Housing vorgesehen, wo die Stadtentwicklungsgesellschaft SEG bereits auf einem kleinen Teilstück im Süden Wohnungen baut. Das elf Hektar große Gelände gehört zu zwei Dritteln noch der US-Armee.

Hoffnung auf Gelände: Kastel Housing wird kaum noch von der US-Army genutzt

Da Kastel Housing kaum mehr vom US-Militär genutzt wird, machen sich Stadtplaner und Politiker Hoffnungen, das Gelände für die Stadtentwicklung nutzen zu können. Außer einer Werkstatt für den US-Fuhrpark liegt der amerikanische Teil brach. Immer mal wieder ist im Gespräch, dass die Streitkräfte dieses Areal verlassen. Aber wann?

Irgendwann einmal hatte die US-Heeresleitung der Stadt 2022 als möglichen Zeitpunkt signalisiert. Doch diese Information ist längst passé, verkündete Stadtrat Hans-Martin Kessler (CDU) im Parlament. „Es ist nicht klar, wann die Amerikaner die Flächen abgeben“.

Wiesbaden soll von Truppenabzügen der US-Armee nicht betroffen sein

Die Stadt sei lediglich darüber informiert worden, dass Wiesbaden von den möglichen Truppenabzügen nicht betroffen sei. Weniger Soldaten würden dort keinesfalls stationiert, so Kessler. Der neue Garnisonskommandeur Colonel Mario Washington habe ihm vor zwei Wochen gesagt, dass es vor 2023 zu keiner Entscheidung über die Rückgabe von US-Flächen kommen werde. Deshalb seien die Pläne für den Schulbau zunächst ad acta gelegt worden.

Für Kessler bedeutet das nicht, dass das Gymnasium in Kastel Housing nie gebaut werden kann. Möglicherweise werde in einigen Jahren darüber neu entschieden. Das Stadtplanungsamt plant jetzt zuerst ein Gymnasium im Stadtteil Dotzheim. (Von Madeleine Reckmann)

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