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Wiesbaden: Tagungsgäste erwarten Ökologie

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Von: Madeleine Reckmann

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Die Balustradenleuchter im Friedrich-von-Thiersch-Saal verbrauchen viel Strom. Bald werden sie auf LED-Technik umgerüstet.
Die Balustradenleuchter im Friedrich-von-Thiersch-Saal verbrauchen viel Strom. Bald werden sie auf LED-Technik umgerüstet. © Michael Schick

Kurhaus ist mit dem „Green Globe“ ausgezeichnet worden. Nachhaltigkeit ist heute zur Bedingung geworden.

Wie wird das Haus geheizt? Gibt es Öko-Strom? Und verfügen die WC-Spülkästen über einen Spülstopp?“ - Es sind Fragen wie diese, mit denen sich Martin Michel, Geschäftsführer der Congress- und Marketing-Gesellschaft Wiesbaden, immer häufiger konfrontiert sieht.

Die Kund:innen, die das Rhein-Main-Congresscenter (RMCC) oder das Kurhaus für Messen oder Tagungen mieten möchten, legen Wert auf ressourcenschonenden Betrieb der Veranstaltungsstätte. „Vor allem, wenn Agenturen die Akquise betreiben, ist Nachhaltigkeit eine Bedingung“, sagt Michel. Da müsse er oft einen Katalog mit 34 Fragen beantworten. Ist das Haus mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar? Ist es barrierefrei?

Das 2018 eröffnete RMCC erfüllt die Erwartungen, es wurde als Nachhaltigkeitsvorreiter geplant. Es wird mit Fernwärme geheizt, und ein Großteil des benötigten Stroms liefert die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Wie wichtig das Thema heute ist, ist auf der RMCC-Website erkennbar. Der erste Quicklink führt zu Informationen über nachhaltiges Tagen: Mehrfach verglaste Fenster, ökologische Reinigungsmittel, Müllvermeidung sind aufgeführt.

LED für den Thiersch-Saal

Das historische Kurhaus kann da nicht ganz mitziehen. Es wurde 1907 erbaut und steht unter Denkmalschutz. Barrierefreiheit und Sonnenlicht in allen Räumen kann es nicht bieten. Aktuell wird an einem neuen Beleuchtungskonzept gearbeitet. Die Balustradenleuchter im Friedrich-Thiersch-Saal sollen Anfang kommenden Jahres auf die energiesparenden LED-Lampen umgestellt werden. „Keine einfache Aufgabe“, sagt Michel, weshalb Beleuchtungsexperten zu Rate gezogen werden.

Umso größer war die Freude, als das Kurhaus kürzlich mit dem Gütesiegel „Green Globe“ ausgezeichnet wurde. Da sei ein Jubelschrei unter der Belegschaft zu hören gewesen, erzählt Michel, denn das 14-köpfige Nachhaltigkeitsteam würde viele Ideen beisteuern, das Kurhaus klimafreundlicher zu mchen.

„Green Globe“ ist eine Zertifizierung der Tourismusindustrie und gilt als eines der bedeutendsten Gütesiegel in der Veranstaltungswirtschaft. Seit 1994 können Hotels, Locations und andere touristische Einrichtungen sich prüfen lassen. Weltweit führen mehr als 500 Betriebe das „Green Globe“-Logo, wie die Stadt mitteilt. Ressourcenschonung, Energie- und Wasserverbrauch, auch Sicherheit und Gesundheitsschutz der Mitarbeitenden sind Kriterien.

Im Unterschied zu einigen anderen Zertifizierungen gehe es bei „Green Globe“ um eine kontinuierliche Verbesserung. „Das spornt uns an“, sagt Michel.

Für 2023 hat sich das Nachhaltigkeitsteam vorgenommen, digitaler zu werden, um auf Ausdrucke zu verzichten, regional erzeugte Give-Aways anzubieten, auf Materialien aus dem Recyclingkreislauf zu achten und Abfall zu vermeiden. Auf Give-Aways aus Fernost werde bereits verzichtet, so Michel. Geschenke wie Marmeladen und Pralinen aus lokalen Manufakturen würden bevorzugt. Demnächst soll auch das RMCC mit „Green Globe“ ausgezeichnet werden. Der Zertifizierungsprozess läuft noch.

Tourismusdestinationen aus Wiesbaden und dem Rheingau-Taunus-Kreis arbeiten zusätzlich daran, die Region zum nachhaltigen Reiseland zu machen. Mit der Organisation Tourcert werden Konzepte erarbeitet, wie Abfall vermieden und Energie sparsam eingesetzt werden kann.

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