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Wiesbaden

Wiesbaden sucht einen Nachtbürgermeister

Nach drei Jahren Diskussion und Beratung ist die Stelle ausgeschrieben worden. Gesucht wird eine Frau oder ein Mann, die oder der vermittelt und neue Ideen einbringt.

Wenn Jugendliche in Wiesbaden gefragt werden, was ihnen nicht gefällt in der Stadt, dann ist eine häufige Antwort: das Nachtleben, denn das gebe es quasi nicht. Um Schwung in das nächtliche Treiben zu bringen, soll ein Nachtbürgermeister oder eine Nachtbürgermeisterin eingesetzt werden. Die Idee hatte das Jugendparlament vor drei Jahren an die Stadtverordneten herangetragen. Seit Mittwoch ist die Stelle nun ausgeschrieben. Gesucht wird jemand, der bereit ist, zunächst auf zwei Jahre befristet, ehrenamtlich und für 14 Stunden in der Woche das Nachtleben zu gestalten.

Als das Jugendparlament 2016 von knapp 500 Wiesbadenerinnen und Wiesbadenern wissen wollte, wie sie die Ausgehmöglichkeiten in der Stadt beurteilen, waren die Ergebnisse ziemlich ernüchternd: zu wenige Clubs und Bars, kaum Plätze, an denen sich Jugendliche aufhalten können. Fortan nahm sich das Jugendparlament der Sache an, sammelte und diskutierte Vorschläge, die der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt wurden. Weil Städte wie Zürich, London, Amsterdam, New York und in Deutschland Mannheim gute Erfahrungen mit einem Nachtbürgermeister gemacht hatten, sollte eine solche Stelle auch in Wiesbaden geschaffen werden.

Ausgehen in Mainz

Vermitteln sollte der Nachtbürgermeister oder die Nachtbürgermeisterin nach Ansicht des Jugendparlaments zwischen Kulturschaffenden, Veranstalter:innen, Anwohner:innen, Politik und Verwaltung und gleichzeitig Ansprechpartner:in und Sprachrohr der Szene sein. „Wiesbaden ist eine wachsende Stadt, aber weitestgehend ohne Nachtleben. Die wenigen Bars und Clubs haben es schwer, zu überleben“, sagte Silas Gottwald, damals Vorsitzender des Jugendparlaments. Die Leute ziehe es zum Ausgehen nach Mainz oder Frankfurt, was zu wachsendem Unmut in Teilen der Bevölkerung geführt habe. Andererseits beschwerten sich Anwohner:innen immer wieder über Lärm und Schmutz, viele fühlten sich nachts nicht sicher. Vor einem Jahr beschlossen die Stadtverordneten schließlich die Schaffung der Stelle.

Die vom Jugendparlament gewünschte vermittelnde Position greift die Ausschreibung auf. „Die Nachtbürgermeisterin oder der Nachtbürgermeister soll als Schnittstelle zwischen der Stadtverwaltung sowie den lokalen Kultur-, Club- und Barbetreiber:innen dienen“, heißt es darin. Sie oder er soll die Kommunikation sicherstellen, bei Interessenstreitigkeiten vermitteln und Konzepte zur Belebung der Nachtkultur entwickeln. Dafür müsse die Bewerberin oder der Bewerber in der lokalen Szene vernetzt sein und Kontakte zur Verwaltung und zur Politik haben. Vorgesehen ist, die Stelle beim Bürgerreferat anzusiedeln.

Bei ihrer Konzeption habe sich Wiesbaden an Mainz orientiert, berichtete Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD). Dort gibt es einen ehrenamtlichen Nachtkulturbeauftragten. Die erste Stadt mit Nachtbürgermeister war 2012 Amsterdam. Mirik Milan, der diesen Job bis 2018 innehatte, war kürzlich zu Gast in Wiesbaden und empfahl den Vertreter:innen der Städte, sich um das Nachtleben zu kümmern und es in die Planungen einzubeziehen. Es sei ein nicht zu unterschätzender Wirtschafts- und Standortfaktor.

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