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Die giftigen Stoffe sind auch in Bächen wie dem Käsbach nahe dem US-Militärflugplatz zu finden.

Wiesbaden

Wiesbaden: Spundwände gegen die Schadstoffe auf dem US-Flughafen

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Das PFC kann 100 Jahre im Erdreich überstehen. Regierungspräsidium prüft Verfahren zur Bodensanierung.

Um die hohe Verseuchung des Grund- und Oberflächenwassers mit den giftigen PFC-Stoffen rund um die US-Airbase zu entfernen, sind große Eingriffe erforderlich. Der Ingenieur Thomas Ziegelmayer von der Abteilung Arbeitsschutz und Umwelt des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt sprach kürzlich im Umweltausschuss der Stadt von metertiefen Spundwänden und unterirdischen Kohlefiltern, um das Wasser zu reinigen. Ob diese Methode zum Einsatz kommt, ist aber noch offen. Tue man nichts, könnten die Gifte 100 Jahre im Boden bleiben, war von Fachleuten zu hören. PFC sind menschengemachte Substanzen. Die Natur kann sie nicht unschädlich machen.

Die giftigen Stoffe, die in wesentlich geringerer Konzentration auch in Bächen und Brunnen unterhalb des Flughafens zu finden sind, haben die Öffentlichkeit geschockt. Für das Regierungspräsidium sind die Erkenntnisse indes nicht neu. Seine Fachleute arbeiten seit 2016 auf eine Bodensanierung des Militärflughafens hin. „Ziel ist es, die Belastung nicht auf unbelastete Gebiete zu verschleppen“, erklärte Ziegelmayer. Verseuchtes Erdreich müsse beseitigt oder versiegelt werden. Mögliche andere Verfahren, die PFC-Stoffe aus Wasser und Böden herauszubekommen, sind, den Aushub fachgerecht zu entsorgen, den Abfluss verseuchten Wassers mit Hydraulik zu verhindern oder es abzuschöpfen.

Auf zwei Löschplätzen im Norden und im Nordwesten des Militärgeländes waren alarmierend hohe Werte der per- und polyfluorierten Chemikalie (PFC) gefunden worden. Sie stammen vom Löschschaum, mit dem die Soldaten zu Übungszwecken Feuer löschten. Der Löschplatz im Norden war vor etwa fünf Jahren bereits teilsaniert und mit einer Landebahn versiegelt worden. Die Belastung des Bodens nahm darauf von 2300 Mikrogramm pro Kilo auf 500 ab. Dieser Wert sei damals im Boden toleriert worden, sagte Ziegelmayer. Der Grenzwert für Oberflächenwasser liegt bei 36 Mikrogramm pro Liter.

Sobald weitere Messergebnisse vorliegen und das Schadensausmaß im Nordwesten des Flughafens bekannt ist, soll die dortige Sanierung anlaufen, teilt das RP auf Anfrage mit. Wie lange sie andauert, kann das RP nicht sagen, auch nicht, welches Verfahren angewandt werden soll. Für die Kosten muss der Verursacher aufkommen, die US-Army.

Trotz der Teilsanierung und Kontrollen von Wasser und Böden auf dem US-Flughafen sickerte belastetes Wasser in die umliegenden Bäche und Brunnen. Die Messwerte bleiben dort weit unter dem Grenzwert für Oberflächenwasser, liegen aber etwas über dem für Trinkwasser. Die Landeshauptstadt ist dieser Tage dabei, an mehreren Stellen Proben zu nehmen. Ende März oder Anfang April sollen die Ergebnisse vorliegen. Sollten die Werte bedenklich sein, kann die Nutzung des Wassers verboten werden.

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