Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Paketdienste verdanken dem boomenden Online-Handel volle Auftragsbücher.
+
Paketdienste verdanken dem boomenden Online-Handel volle Auftragsbücher.

Ausstellung im Stadtmuseum

Wiesbaden: So ließe sich nachhaltiger online einkaufen

  • VonMirjam Ulrich
    schließen

Umweltschonenderer Versandhandel: Die Ausstellung „My home is my parcel“ im Wiesbadener Stadtmuseum zeigt Lösungsvorschläge.

Pakettransporter, die in zweiter Reihe halten, und überquellende Altpapiertonnen voller Pappkartons sind ein gewohnter Anblick. Allein der Marktführer Deutsche Post DHL stellte 2020 nach eigenen Angaben hierzulande rund 1,8 Milliarden Pakete zu. Der Online-Handel boomt aufgrund der Corona-Pandemie stärker als zuvor. Bereits vor deren Beginn stellten sich 18 Studierende des Masterstudiengangs Innenarchitektur an der Hochschule Rhein-Main (HRM) die Frage, wie sich Onlineshopping nachhaltiger gestalten lässt. Ihre Entwürfe sind nun in der Ausstellung „My home is my parcel“ im Stadtmuseum am Markt zu sehen.

„Es geht darum, die Übergabe der Pakete mit der Ware trotz Onlineshopping wieder zurück in den öffentlichen Raum zu verlegen“, sagt der Architekt Holger Kleine. Das gelinge, wenn etwa die Paketstation mit weiteren sozialen Funktionen aufgeladen werde. Kleine ist Professor im Studiengang Innenarchitektur an der HRM und leitete gemeinsam mit seinem Kollegen Uwe Münzing das Projekt.

In ihren Arbeiten setzen sich die Studierenden mit den psychischen, ökologischen, ökonomischen, politischen wie auch architektonischen Folgen des digitalisierten Handels auseinander. Dazu zählen etwa Vereinsamung und Kaufsucht, die prekäre Lage der Zusteller und die Probleme des stationären Einzelhandels sowie der Leerstand in den Innenstädten. Die angehenden Innenarchitektinnen und -architekten entwickelten dafür vielfältige Lösungen, von denen sich drei auf Wiesbaden beziehen.

My Home is my Parcel

Die Ausstellung im Stadtmuseum Wiesbaden am Markt läuft bis zum 20. Februar 2022. Die Öffnungszeiten sind täglich von 11 bis 17 und donnerstags bis 20 Uhr. Ab Januar 2022 bleibt das Stadtmuseum montags geschlossen.

Intelligente Logistik ist das Thema der Podiumsdiskussion am Dienstag, 7. Dezember, um 19 Uhr im Stadtmuseum. Anmeldung erforderlich unter: www.impact.hs-rm.de/my-home-is-my-parcel. miu

So zeigt der Entwurf von Jil Becker einen gläsernen Turm namens „Lightparcel“ neben dem Hauptbahnhof. In seinem Inneren befindet sich ein vollautomatisiertes Hochregallager, das auch von der Bar im Erdgeschoss zu sehen ist. In der Dunkelheit zeigt eine Lichtarchitektur in wechselnden Licht- und Farbintensitäten außen den Füllstand des Hochregallagers an. Caroline Konrad richtet in einem Gebäude an der Bleichstraße „Das Quartier“ für das Innere Westend ein. Es integriert einen Paketshop mit dem Angebot von Sprachkursen, Hausaufgabenbetreuung und spielerischem Lernen.

Durch den Online-Handel fielen bereits im Jahr 2015 für Paketsendungen 1,5 Millionen Tonnen Verpackungsmaterial an. Deborah Gasses Lösung heißt „Parcelabs“. Es handelt sich um eine Kombination aus Paketstation und Gewächshaus. Die Kunden lassen die Kartons gleich dort, die entweder wiederverwendet oder als Humus recycelt werden, um „Microgreens“ wie Kresse und Sprossen anzubauen und dort zu verkaufen. Für dieses „Urban Farming“ lassen sich Parkhäuser – etwa das an der Coulinstraße – umfunktionieren.

Schätzungsweise 315 Millionen Pakete wurden 2020 in Deutschland von den Online-Kunden zurückgeschickt. Für Berlin entwirft Pia Betz ein Retourenkaufhaus, damit Pakete keine doppelten Wege zurücklegen.

Die Ausstellung präsentiert die Entwürfe passend zum Thema auf braunen Karton. Die Studierenden erläutern ihre Konzepte auch selbst in einem Video. „Es sind alles keine utopischen Ideen“, sagt Kleine, „sondern realisierbare Projekte, die größtenteils ausprobiert werden sollten.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare