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Wiesbaden singt zur Weihnachtszeit

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Großes Hallo im Kurhaus.
Großes Hallo im Kurhaus. © FR

Chor und Blechbläsern sorgen am Samstag, 20. Dezember, im Kurhaus für besinnliche Stimmung. Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht.

Von Kristina Staab

Es schwinden jedes Kummers Falten, solang des Liedes Zauber walten“, dichtete der Poet Friedrich von Schiller in „Die Macht des Gesanges“. Kummer und Traurigkeit vertreiben möchte auch die Initiative „Wiesbaden singt“ von Kunst-und Musikschule sowie Chor der Stadt Wiesbaden.

„Beim Weihnachtssingen können Menschen das belebende Gefühl des gemeinsamen Singens erleben, gleichzeitig wollen wir die Tradition der Weihnachtslieder aufleben lassen“, erklärt Christoph Nielbock, Direktor der Kunst- und Musikschule. Am Samstag, 20. Dezember, von 11 Uhr an können Gäste gemeinsam mit Chor und Blechbläsern im Kurhaus singen.

Acht bis zwölf Blechbläser stimmen musikalisch auf das Singen ein. „Die Klänge sind typisch für Weihnachtslieder und tief im Kulturbewusstsein verankert“, erklärt Nielbock. Es entstehe ein ganz starkes Wir-Gefühl und positive Energie. „Die Menschen empfinden Glück und Dankbarkeit“, sagt Nielbock.

Die steigenden Zahlen der Besucher sprechen für diese Beobachtung. Im ersten Jahr kamen etwa 150, im vergangenen Jahr rund 300 Personen, berichtet die Vorsitzende des Chorvereins der Stadt Wiesbaden, Yvonne Rücker. „Unter den Gästen waren viele Familien mit Kindern“, sagt sie. Dieses Jahr präsentierten 60 bis 70 Chormitglieder beispielsweise „Kommet ihr Hirten“, „Tochter Zion“, „Morgen Kinder wird’s was geben“ oder auch „Jingle Bells“ und „Santa Claus is coming to town“. Liederhefte mit den entsprechenden Texten würden an die Besucher ausgeteilt.

„Unbeschreibliches Gefühl“

„Wiesbaden singt“ gibt es seit 2007. Damals lud die Musikschule Chöre und Bürger auf den Schlossplatz ein. Vor drei Jahren ging dann der damalige Vorsitzende des Chorvereins, Ulric Kotthoff, mit der Idee einer festen Kooperation auf Nielbock zu. Der Direktor der Musikschule war sofort mit dem Vorschlag einverstanden. Er findet, das Singen in der Tradition sei im Ganzen in den vergangenen Jahrzehnten ins Hintertreffen geraten. „Viele Zwölf- bis 18-Jährige kennen einfachste Weihnachtslieder nicht mehr“, bedauert er.

Doch dagegen soll auch etwas in Wiesbaden getan werden. Im kommenden Jahr möchte die Kunst- und Musikschule in Wiesbaden ein Projekt mit den Grundschulen beginnen, in dem Hunderte Kinder gemeinsam singen sollen.

Gesang tue jedoch nicht nur Kindern gut, sondern sei auch für die psychische und körperliche Gesundheit Erwachsener förderlich, sagt Nielbock. Gemeinsames Singen sei positiv für den Blutdruck und Glückshormone würden ausgeschüttet.

Auch Yvonne Rücker ist fasziniert von diesem „unbeschreiblichen Gefühl“ während der Konzerte. Knapp drei Stunden probt der Chor der Stadt Wiesbaden dafür jede Woche. In kleineren Gruppen werden Sänger und Sängerinnen von einer Stimmbildnerin geschult.

Für die Teilnahme am Chor ist außer der Stimme vor allem die Fähigkeit Gehörtes umzusetzen entscheidend, sagt Rücker. Ein weiteres Weihnachtskonzert des Chores findet am 23. Dezember im Theater statt. Am 18. Februar singt der Chor der Stadt Wiesbaden gemeinsam mit dem Opernchor das Te Deum von Bruckner im Theater.

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