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Wiesbaden: Salzbachtalbrücke 2023 befahrbar

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Von: Madeleine Reckmann

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Die Schiersteiner Brücke mit dem im Bau befindlichen Fahrradweg.
Die Schiersteiner Brücke mit dem im Bau befindlichen Fahrradweg. © Michael Schick

Autobahngesellschaft und Bauunternehmen verhandeln über Tempo und Preis der Arbeiten

Wenn die Schiersteiner Brücke über den Rhein von Wiesbaden nach Mainz in diesem Jahr vollständig fertig gebaut sein wird, wird der östliche Brückenteil ungenutzt stehen bleiben. Denn solange die Salzbachtalbrücke, über die in guten Tagen die A66 führt, nicht befahren werden kann, darf der Neubau der Schiersteiner Brücke nicht für den Verkehr freigegeben werden. Dafür müsste er ein Wochenende ganz gesperrt werden. Da die über die Brücke verlaufende A643 aber als Umleitung für die A66 dient, muss sich der Verkehr weiter über den westlichen Brückenteil drängen.

Auch aus diesem Grund wird in Wiesbaden mit Argusaugen verfolgt, wann genau der Südteil der Salzbachtalbrücke fertiggestellt sein wird. Bislang ließ die Autobahngesellschaft des Bundes verlauten, dass dies im Lauf des Jahres 2023 der Fall sein wird. Unter Vorbehalt könnte es im Herbst 2023 so weit sein, war am Mittwoch auf einer Pressekonferenz zu hören. Erst dann kann sich die Verkehrssituation in der Stadt entspannen. Die Autos schieben sich vermehrt durch Wiesbaden, seitdem die Salzbachtalbrücke nicht mehr in Betrieb ist.

Projekte 2022

Die südliche Autobahnbrücke am Autobahnkreuz A60/A 63 in Mainz-Süd soll fertig werden.

Der Bau an den Brücken am Darmstädter Kreuz über die A67 und A5 wird fortgeführt.

Die Arbeiten an der Überführung der Rampe an der Anschlussstelle Offenbach an der A3 sollen im Mai 2022 abgeschlossen sein. Die Hauptfahrbahn wird im Februar freigegeben.
Zwischen dem Wiesbadener Kreuz und der Anschlussstelle Niedernhausen an der A3 wird die Fahrbahn erneuert. Für Juli 2022 ist die Fertigstellung vorgesehen.

Der Neubau der Verbindungsrampe am Mönchhofdreieck über die A3 soll im Dezember 2022 fertig werden.

Die Arbeiten an der Anschlussstelle Bad Homburg an der A6 soll im Sommer fertig werden.

Ende März soll ein exakter Termin feststehen. Aktuell verhandelt die Autobahngesellschaft mit der Arbeitsgemeinschaft der am Brückenbau beteiligten Bauunternehmen über Tempo und Preis der Arbeiten. „Wir prüfen alles, um schnell voranzukommen“, erklärt Matthias Hannappel, der in der Niederlassung West für Bau und Erhaltung verantwortlich zeichnet. Es werde den Bauunternehmen ein Bonus in Aussicht gestellt, damit es nicht zu Verzögerungen komme. Dass der Stahlpreis aktuell um sechs bis sieben Prozent im Jahr steige, spiele keine Rolle. Die Kosten für die Beschleunigung lägen im Bundesverkehrsministerium zur Genehmigung vor, sagt Hannappel.

Die Autobahngesellschaft West, die für die Autobahnen in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland zuständig ist, steht unter besonderem Druck. „Mit einer Gesamtlänge von 1600 Kilometern sind die Strecken das Herzstück der Transitbewegungen in Europa“, sagt Hannappel. 400 Millionen Euro sollen 2022 für Neubauten und Sanierungen von Straßen und Brücken ausgegeben werden, davon 190 Millionen für das hessische Streckennetz. In den vergangenen Jahren sei dieser Kostenrahmen nicht ausgeschöpft worden, da sich die Abläufe in der neu gegründeten Autobahngesellschaft erst einspielen mussten. Zudem habe es Lieferengpässe gegeben. Das Rhein-Main-Gebiet steht im Fokus der Arbeiten. Alle Straßen sind so stark befahren, dass der Ausfall einer Strecke zu Staus in der gesamten Region führt. Die Salzbachtalbrücke ist dafür ein gutes Beispiel. Der ADAC Hessen-Thüringen hatte kürzlich Wiesbaden zum Stau-Hotspot erklärt.

Die Arbeiten an den beiden Teilen der Salzbachtalbrücke machen Fortschritte. Parallel werden Fundamente, Brückenpfeiler und Widerlager gebaut und 30 Bohrpfähle von 40 Meter Länge in den Boden gerammt. Noch in diesem Jahr soll damit begonnen werden, die Abschnitte des Überbaus der Südbrücke Stück für Stück über die Pfeiler nach Westen zu schieben. Bis auch der Nordteil fertig ist, wird es 2025.

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