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Natur, so weit das Auge reicht, nördlich von Wiesbaden-Bierstadt.
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Natur, so weit das Auge reicht, nördlich von Wiesbaden-Bierstadt.

Wiesbaden

Wiesbaden: Paradies für Feldmannstreu und Goldammer

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Die Magerwiesen nördlich von Bierstadt sind jetzt Naturschutzgebiet. Zweimalige Mahd hält das Geläende offen.

Gezwitscher und Gezirpe sind zu hören, Nachtigall, Klappergrasmücke, Goldammer und Heckenbraunelle brüten in den Büschen, Tagfalter, Heuschrecken und Schmetterlinge flattern auf den Hangwiesen Aussicht-Lerchenberg in Wiesbaden-Bierstadt. Seit Anfang Juli ist das 4,5 Hektar große Gelände Wiesbadens achtes Naturschutzgebiet. Auf den Magerwiesen östlich der B455 und nördlich von Bierstadt sind besonders viele wertvolle Vogel- und Insektenarten auf kleinem Raum zu finden. Seltene Pflanzenarten wie Heidenelke, Wundklee, Stengellose Distel, Wiesenprimel und Feldmannstreu wachsen dort. Der Boden ist seit mindestens vier Jahrhunderten nicht umgebrochen worden, ein Paradies für seltene Weidepflanzen und Wildrosen, von denen 2015 fünf Arten festgestellt wurden.

„Mit diesem neuen Naturschutzgebiet sichern wir den Fortbestand und die weitere Entwicklung einer unserer schönsten Kulturlandschaften Wiesbadens, die sich durch eine große Vielfalt an seltenen Tier- und Pflanzenarten auszeichnet“, berichtet Umweltdezernent Andreas Kowol (Grüne). Vier Naturschutzverbände hatten 2013 die Unterschutzstellung beantragt, weil dieses Artenspektrum im Raum Wiesbaden so selten sei.

Die wiesbadener Naturschutzgebiete

Die Rettbergsaue ist eine Insel im Rhein. 52 Hektar stehen wegen des Hartholzauenwaldes und als Brut- und Rastplatz bedrohter Vögel unter Schutz.

Im Rabengrund bei Sonnenberg werden 79 Hektar Halbtrockenrasen, seltene Wiesen, Buchenwald mit Röhrichten und seltenen Orchideenarten geschützt.

Im Wickerbachtal zwischen Kloppenheim und Medenbach werden auf 9,7 Hektar ein Wiesental mit Lebensgemeinschaften feuchter und nasser Wiesengesellschaften erhalten.

Das Theißtal ist als Wiesental des Naturraums Hoher Taunus schützenswert. Das 49 Hektar große Gebiet liegt zum Teil im Rheingau-Taunus-Kreis, aber auch auf den Gemarkungen von Kloppenheim, Auringen und Bierstadt.

Mit dem Sommerberg bei Frauenstein wird ein 26 Hektar großer Steilhang mit Streuobstwiesen im Naturraum Rheingau erhalten.

Zur Prügelwiese bei Breckenheim (7,9 Hektar) gehören ein Kalkflachmoor, Feucht- und Nasswiesen und Streuobstwiesen.

Die Niederwallufer Bucht ist wegen ihrer Weichholzauen und Rast- und Nahrungsbiotope von Wasservögeln und als Laichgebiet seltener Fische wertvoll. mre

Die schlechten Böden und steilen Hänge der für die Taunusausläufer typischen Riedellandschaft aus Bergrücken und Tälern taugten nie etwas für den Ackerbau. Seit dem 30-jährigen Krieg wurden die Hangwiesen am Lerchenberg nach Informationen der Stadt nur als Weide genutzt. Für Yvonne Maack, beim Umweltamt für Natur und Landschaft zuständig, erweist sich das heute als Glück. Nur so konnten die seltenen und auf der Roten Liste stehenden Pflanzenarten überleben.

Durch den Status als Naturschutzgebiet haben die Magerrasenwiesen eine Zukunft. Denn nun ist vorgeschrieben, dass die Wiesen nicht gedüngt und zweimal im Jahr gemäht werden. Das beugt der Verbuschung vor, deren Fortschreiten den zarten Wiesenpflanzen, Vögeln und Insekten ansonsten den Garaus gemacht hätte. Einige wärmeliebende und vereinzelt wachsenden Büsche wie die Wildrosen sollen allerdings erhalten werden. Die Mahd erledigen Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen des Umweltamts, da der Großteil der Fläche der Landeshauptstadt gehört. Ein kleinerer Teil ist im Besitz zweier Privatleute, die für die Pflege ihrer Wiesen Ökopunkte erwerben, wie Maack auf Anfrage mitteilt. Künftig sollen nur leichte Weidetiere auf den Magerwiesen grasen, vielleicht Ziegen oder Schafe.

Damit Besucherinnen und Besucher die seltene Pflanzen- und Tierwelt bestaunen können, sollen bald Wege und Schilder eingerichtet werden. Aber noch ist es nicht so weit.

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