Ute Kilian, Leiterin der Fasanerie, mit zwei kleinen Zaungästen am Kaninchen-Gehege. michael Schick (2)
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Ute Kilian, Leiterin der Fasanerie, mit zwei kleinen Zaungästen am Kaninchen-Gehege. 

Wiesbaden

Mit Zeitkarte in die Wiesbadener Fasanerie

  • vonMirjam Ulrich
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Der Tier- und Pflanzenpark bietet wieder Veranstaltungen an. 1900 Besucher kommen aktuell pro Tag.

Öffentliche Tierfütterungen gibt es noch nicht wieder in der Fasanerie. Das Gedränge an den Gehegen von Bären, Wölfen oder Luchsen würde zu groß – immerhin dürfen inzwischen wieder 600 Besucher zeitgleich in den Tier- und Pflanzenpark.

Die Maksnepflicht gilt nur an bestimmten Ecken der Fasanerie.

Dafür benötigen Kinder und Erwachsene jeweils eine Zeitkarte, die nichts kostet, aber vorab gebucht werden muss. Die Anzahl der Besucher lasse sich so steuern und verteile sich auch besser, begründet das Ute Kilian, die Leiterin der Fasanerie. Vor der Pandemie besuchten an sonnigen Wochenenden bis zu 10 000 Menschen am Tag die Fasanerie. Dank der Zeittickets wissen die Besucher, dass sie in der angegebenen Zeit auf jeden Fall hineinkommen, sagt die Forstwissenschaftlerin. „Es kann ihnen nicht passieren, dass sie erst in der Schlange stehen und dann heißt es: ‚Ätsch bätsch, es ist voll‘.“ Obendrein sei der Parkplatz nicht so überbelegt.

Anfangs kam es ihr zufolge vor, dass sich Besucher Tickets lösten, aber nicht zur angegebenen Zeit erschienen. Doch ein späterer Einlass ist nicht möglich, darauf achtet eine Sicherheitsfirma am Eingang. Den Besuchern wird empfohlen, ihren Aufenthalt in der Fasanerie auf drei Stunden zu begrenzen. Das klappe gut, berichtet Ute Kilian. Das Ticketkontingent war nur an Pfingsten komplett ausgebucht. Täglich kommen derzeit etwa 1900 Besucher in die Fasanerie, die vor der Pandemie gut 250 000 Gäste im Jahr verzeichnete.

Der Wildpark

Die Öffnungszeiten der Fasanerie, Wilfried-Ries-Straße 22, sind bis Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr, von November bis März von 9 bis 17 Uhr. Die Mitnahme von Hunden ist nicht erlaubt.

Die Zeitkarten gibt es kostenfrei in der Tourist-Information, Marktplatz 1, oder online als „Print@home“-Ticket zum Ausdrucken.

Der Einlass erfolgt in zweistündigen Zeitfenstern, innerhalb derer die Besucher in den Park kommen können.

Die Veranstaltungsprogramme für Kinder und Familien sowie nur für Erwachsene finden sich online unter
www.wiesbaden.de/fasanerie

Maskenpflicht herrscht im Park nur vor dem Kiosk, in der Besucherinformation und den Toiletten. Die werden nun zweimal täglich gereinigt. Die zusätzlichen Kosten dafür sowie für die Sicherheitsfirma übernimmt die Stadt – die Fasanerie erhält 90 000 Euro extra. Anfangs überwachten die Sicherheitsleute auch im Park die Abstandsregeln, das ist inzwischen laut Ute Kilian nicht mehr nötig. „Die überwiegende Mehrheit unserer Besucher hält sich daran“, hat sie beobachtet. Auch auf dem Spielplatz achteten die Eltern darauf. Der Wasserspielplatz bleibt jedoch nach wie vor gesperrt. Zudem ist ein Teil des Spielplatzes eingezäunt, weil dort derzeit noch der Balancierparcours gebaut wird.

Die Bauarbeiten liefen während der rund zweimonatigen Schließung weiter. Die Fasanerie bekam einen neuen Schafstall, Spielgeräte und Schleppdächer, um die Fahrzeuge unterzustellen. „Die Schafe genossen die Zeit, die wir wegen Corona schließen mussten, sie durften frei auf den Wiesen weiden“, berichtet die Leiterin. Hart getroffen wurden hingegen die Naturpädagogen der Fasanerie, die alle auf Honorarbasis arbeiten. Ebenso bekamen der Gastronom im inzwischen wieder geöffneten „Jagdschloss Fasanerie“ und der Förderverein des Tier- und Pflanzenparks die Pandemie finanziell zu spüren. „Es wäre schön, wenn Besucher ihre Dankbarkeit, dass die Fasanerie nur relativ kurz geschlossen war und mit geringen Einschränkungen wieder geöffnet hat, auch mit Spenden zum Ausdruck bringen“, hofft Ute Kilian.

Die Schafe kehrten im Mai in ihr Gehege zurück. Seit Mitte Juni bietet die Fasanerie wieder naturpädagogische Veranstaltungen im Freien an. In den Innenräumen ist das derzeit noch nicht möglich. Die Ferienfreizeiten finden ebenfalls statt, jedoch nur zehn statt der ursprünglich geplanten 13. Es stehen weniger Referenten zur Verfügung, zudem müssen sie die Gruppen auf 13 statt 20 Kinder und Jugendliche verkleinern.

Anfang August werden die neuen „Energiestationen“ offiziell eröffnet. Zwischen den Tiergehegen und Pflanzen können die Besucher dort Kraft tanken und ihre Widerstandskraft gegen Stress stärken, sagt Ute Kilian. „Schließlich hat die Stadt damals die Fasanerie übernommen, damit sie der Gesundheit und Erholung der Bevölkerung dient.“

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