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Der Neroberg prägt das Bild der Stadt und bringt einzigartige Weine hervor.  

Wiesbaden

Wiesbadener Neroberg trotzt Hitze

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Der einzige Weinberg der Stadt Wiesbaden profitiert von seiner natürlichen Bewässerung. Bereits seit 1525 wird hier Wein angebaut.

Die 44. Rheingauer Weinwoche in Wiesbaden ist in vollem Gange und der einzige Weinberg der Stadt, der Neroberg, präsentiert sich besser denn je. Das teilt das Staatsweingut Kloster Eberbach mit, das Pächter ist.

Trotz Hitzerekordmonaten im Juni und Juli sei er satt grün. Das habe er seiner einmaligen natürlichen Wasserversorgung zu verdanken. Von den bewaldeten Flächen durchziehen ihn unterirdische Wasseradern.

Die Monopollage des Weinguts Kloster Eberbach sei ausschließlich mit Riesling bepflanzt und „brilliert mit Ausgewogenheit und einer angenehmen und gut eingebundenen Säurestruktur”, heißt es. Dieser verdanke der Wein großes Lagerpotenzial. Derzeit empfehle es sich, den Jahrgang 2017 zu kosten, der mit den „nerobergtypischen floralen Noten und großer Eleganz als auch Finesse“ daherkomme.

Der Neroberg präge das Bild Wiesbadens und solle auch „als flüssiger Botschafter der Landeshauptstadt die Weinszene bereichern“, so das Staatsweingut. Bereits im Jahre 1525 habe Graf Philipp von Nassau-Idstein den Neroberg roden und erste Rebstöcke anpflanzen lassen. Mitte des 19. Jahrhunderts geht der Weinberg an Preußen, 1900 kauft ihn die Stadt Wiesbaden.

Noch heute lägen edle Weine aus dem Neroberg in der Schatzkammer von Kloster Eberbach und reichten bis in das Jahr 1893 zurück. Im November 1986 sei auf der Versteigerung im Kloster der weltweit höchste Preis für eine Flasche Weißwein gezahlt worden: 35 000 Mark für eine Trockenbeerenauslese.

Der vier Hektar große Weinberg sei seit Oktober 2005 langfristig vom Kloster gepachtet. Den einzigartigen Charakter verdanke der Wein dem vulkanischen Boden. Auch die süd- südwestliche Hangausrichtung präge seinen Charakter. Zudem sorgten bereits kleine Niederschläge für eine gute Bewässerung, die selbst in trockenen Jahren ausreichend sei.

Zum Profil trage auch die durch die Kessel-Lage der Stadt angewärmte Luft bei, die aufsteige und auf dem Berg für ein laues Lüftchen sorge. Das ermögliche wiederum ein langes Ausreifen der Trauben und somit eine späte Lese von gesundem und konzentriert aromatischem Lesegut.

„Dieses einzigartige Terroir bringt Rieslinge mit feinem Spiel der Fruchtaromen und eleganter Fruchtsäure hervor, die teils auch blumige und florale Noten zeigen“, heißt es schließlich schwärmerisch in der Kloster-Mitteilung. 

www.weingut-kloster-eberbach.de

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