Wiesbaden

Wiesbadener Gastronomie in Not

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Die Soforthilfen sind aufgebraucht. Jetzt bitten 39 Wirte in Wiesbaden den Oberbürgermeister um Hilfe.

An der Gutscheinaktion „Heimatliebe - Rette deinen Lieblingsort“ haben sich seit März 140 Gastronomiebetriebe und Geschäfte beteiligt. Die meisten Unternehmen hätten kleinere vierstellige Beträge eingenommen, berichtet Mitinitiator Christian Liffers der FR. Dennoch fürchten die wegen des Lockdowns geschlossenen Bars, Kneipen und Restaurants um ihre Existenz.

Obwohl sie am Freitag unter Auflagen öffnen dürfen, ist ihre Zukunft nicht gesichert. Die Gasträume müssen fünf Quadratmeter pro Gast groß sein. In Liffers Bar Badhaus passen normalerweise 100 Personen, jetzt wird er höchstens 14 bewirten dürfen. Auf seiner Terrasse stehen sonst fünf Tische, künftig nur drei. „Wir werden keine Einzelgäste mehr bedienen“, sagt Liffers. Ungeklärt sei noch, ob Gäste aus verschiedenen Haushalten an einem Tisch Platz nehmen dürften. Wenn nicht, müsse der Wirt dann die Polizei rufen? Und wie notiert man die Daten der Gäste datenrechtskonform? Einige Kollegen öffneten noch nicht, weil es sich nicht lohne, den Betrieb für so wenige Gäste hochzufahren, sagt Liffers.

39 Wirte haben nun Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) einen offenen Brief mit Forderungen geschrieben. Sie möchten, dass der OB sich für weitere finanzielle Unterstützung von Land und Bund stark macht. Andernfalls werde es zu einem großen Sterben der Gastronomiebetriebe führen. „Die Soforthilfen sind aufgebraucht“, sagt Liffers, einige Kollegen hätten bereits die Kündigung ihrer Räume auf dem Tisch. Die Wirte möchten erreichen, dass die Stadtverwaltung unbürokratisch die Außenbereiche für die Betriebe öffnet. Sie möchten einen Standplatz auf dem Wochenmarkt, um ihre Produkte zu verkaufen. Von einem Lieferdienst für Risikogruppen oder To-Go-Mahlzeiten ist die Rede. Vom 25. Mai an wirbt die Branche mit einer großen Plakataktion für ihr Anliegen.

Oberbürgermeister Mende möchte das für diese Woche anberaumte Gespräch mit den Wirten abwarten und der FR gegenüber vorher keine Versprechungen machen.

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