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Wiesbaden

Wegen AWO-Affäre: Wiesbadener CDU-Politiker tritt zurück

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Der CDU-Stadtverordnete aus Wiesbaden, Wolfgang Gores, legt als Konsequenz aus der AWO-Affäre sein Amt nieder. Seine Tochter soll bei dem Sozialträger ohne Gegenleistung Geld verdient haben

  • Gegen die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Frankfurt und Wiesbaden gab es schwere Vorwürfe
  • Es ging unter anderem um zu hohe Gehälter und Verflechtungen der beiden Kreisverbände
  • Der Wiesbadener CDU-Stadtverordnete Wolfgang Gores legte nun sein Amt nieder

Frankfurt - Die Vorwürfe um zu hohe Gehälter bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Frankfurt und Wiesbaden hat nun zu einem Rücktritt eines Politikers geführt. Der CDU-Stadtverordnete Wolfgang Gores aus Wiesbaden legt sein Amt zum 3. Juli nieder, teilt die CDU-Rathausfraktion mit. Gores ziehe die Konsequenzen, da seine Person „durch die aktuelle Diskussion“ in Frage gestellt werde, heißt es als Begründung.

Im Grunde geht es nicht um Wolfgang Gores selbst, sondern um seine Tochter. Die erwachsene Frau soll zunächst im Jahr 2017 als Praktikantin bei der AWO Wiesbaden begonnen und im Anschluss von 2017 bis Dezember 2019 in einem Beschäftigungsverhältnis 3400 Euro im Monat ohne nachvollziehbare Gegenleistung verdient haben. Die AWO-Vorsitzenden finden keine Belege, die erklären würden, was die Frau arbeitete.

Wiesbaden: Wegen AWO-Äffäre - Stadtverordneter der CDU tritt zurück

Nachdem ein Unbekannter Gores, Leiter des dritten Polizeireviers in Wiesbaden, in einem Brief mit den Vorwürfen konfrontierte, übermittelte sein Rechtsanwalt Bernhard Lorenz das Schreiben der Staatsanwaltschaft. 

„Das Wolfgang Gores im Februar anonym zugesandtes Schreiben beinhaltet falsche Angaben und unzutreffende Vorwürfe, die gegen ihn und seine Familie gerichtet sind“, teilt Rechtsanwalt Lorenz auf Anfrage mit. Gores selbst äußert sich zu den Vorwürfen nicht. Zunächst hatte der Wiesbadener Kurier berichtet.

Wiesbaden: Konsequenz aus AWO-Affäre - CDU-Politiker legt Amt nieder

„Der Rücktritt soll nicht als Schuldanerkenntnis verstanden werden“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Bernd Wittkowski. Aber Gores habe durch die Veröffentlichungen persönlich unter Druck gestanden und wolle Schaden von der Partei abwenden. Die CDU-Führung habe mit ihm Gespräche geführt, sagt Wittkowski, ihn aber nicht zu dem Schritt gedrängt.

Von Madeleine Reckmann

Teil des Frankfurter AWO-Geldes floss wohl nach Wiesbaden. Nach einem Zwischenbericht der AWO Wiesbaden wird die Gemeinnützigkeit wohl rückwirkend aberkannt. Die neuen Vorsitzenden der Wiesbadener AWO kündigen eine konsequente Aufklärung an

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