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Das Mahnmal „Namentliches Gedenken“ am Standort der ehemaligen Synagoge, erinnert an die in der NS-Zeit ermordeten Wiesbadener Juden. 

Wiesbaden

Wiesbaden trauert um NS-Opfer

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Götz Aly spricht bei der Gedenkfeier für NS-Opfer der Stadt Wiesbaden am 27. Januar.

Dem nationalsozialistischen Völkermord fielen Millionen Menschen zum Opfer. Allein 1500 Wiesbadener Jüdinnen und Juden kehrten nicht aus den Konzentrationslagern zurück. Den 27. Januar, den Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 75 Jahren, begeht auch die Stadt Wiesbaden in den kommenden Tagen und Wochen mit einem ganzen Zyklus von Veranstaltungen.

Zur zentralen Gedenkfeier am Montag, 27., spricht der bekannte Historiker Götz Aly um 18 Uhr nach einem Grußwort von OB Gert-Uwe Mende (SPD) im Stadtverordnetensitzungssaal des Rathauses. In seinem Vortrag, in dem er besonders auf Wiesbaden eingehen wird, legt er dar, dass der Nationalsozialismus kein allein von Eliten getragenes System war, sondern breite Zustimmung in allen Bevölkerungsschichten fand. Außerdem wird Aly zeigen, wie sich Antisemitismus und Judenfeindlichkeit in ganz Europa verbreiteten und den Weg für Deportationen und Völkermord ebneten.

Im Anschluss zeigt das Kino Caligari „Drei Söhne – Jetzt kommt es auf die zweite Generation an“, den der Konzertpianist Samuel Cho mit einer Sonatine des in Auschwitz ermordeten Komponisten Szymon Laks eröffnet. „Wir tragen die Verantwortung, daran zu erinnern und uns menschenverachtenden Gesinnungen in den Weg zu stellen“, sagt Kulturdezernent Axel Imholz (SPD).

Am Vortag, Sonntag, 26. Januar, 17 Uhr, gibt das Quartett Colalaila Classic ein Konzert im Festsaal des Rathauses. Der Eintritt ist frei.

Bereits am kommenden Dienstag, 21. Januar, 19 Uhr, spricht Susanne Claußen im Stadtmuseum im Marktkeller über die ideologisch aufgeladene Kunst der 1930er-Jahre. Am Mittwoch, 22. Januar, 17.30 Uhr, erzählt das Theaterstück „Remembering“ im Roncalli-Haus von einer jüdischen Familie vor, während und nach der Shoah. Marie-Christine Werner liest am Donnerstag, 23. Januar, 19 Uhr, im Frauenmuseum aus „Die Konspirateure – der zivile Widerstand hinter dem 20. Juli 1944“.

Der Jurist Eike Scheffer berichtet am Samstag, 25. Januar, 15 Uhr, im Museum Wiesbaden über die Frankfurter Auschwitz-Prozesse, und Cornelius Nestler geht am Montag, 3. Februar, 17 Uhr, in der Landeszentrale für politische Bildung auf die letzten Verfahren gegen NS-Täter ein. 

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