Unter der Salzbachtalbrücke verlaufen Straßen und Bahngleise.

Wiesbaden

Wiesbaden: Salzbachtalbrücke wird erst 2025 fertig

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Felsiger Untergrund erschwert die Arbeiten. Für den Abriss wird eine Gitterkonstruktion gebaut.

Die Salzbachtalbrücke stellt die Ingenieure vor besondere Herausforderungen. Nicht nur der Abriss des maroden Bauwerks ist wegen der darunter liegenden Bahngleise, Straßen und dem Wiesbadener Hauptklärwerk besonders schwierig. Auch der Neubau wird wegen des felsigen Untergrunds kompliziert. Die Autofahrer aus dem Rheingau müssen auf der A66 noch viel Geduld haben.

Bis beide Teile der Salzbachtalbrücke komplett fertig gebaut sind, wird es Prognosen der hessischen Behörde für Straßen- und Verkehrsmanagement Hessenmobil zufolge bis Ende 2025 dauern. Aber bereits Ende 2022 könnte die Verkehrsführung von derzeit drei auf vier Spuren erweitert werden. Dann soll der erste Brückenteil neu errichtet und so stabil sein, dass er vier Fahrspuren tragen kann. Diese werden auf den neuen Brückenteil verlegt.

Dazu muss das alte, südliche Brückenteil erst einmal abgerissen werden. Das ist schwierig, weil die alte Brücke nicht einfach gesprengt werden kann. Aktuell bereiten die Bauarbeiter den Bau einer Brücke unter der Brücke vor, ein Bauwerk aus Gerüsten und Gittern. Sie soll verhindern, dass Bauschutt ins Klärbecken oder auf die Gleise fällt, sagt Matthias Assauer von Hessenmobil. Zuvor müssen 200 Baupfähle, die die Pfeiler für die neue Brücke und die Gitterkonstruktion tragen sollen, über 40 Meter tief in die Erde getrieben werden. „Wegen des felsigen Bodens eine komplexe Aufgabe“, berichtet Matthias Achauer von Hessenmobil. Zumal auch eingeschlossenes Grundwasser durchstoßen werden müsse. Ende dieses Jahres könne dann mit dem eigentlichen Abriss begonnen werden; auf der Brücke stehende Bagger werden das Bauwerk von Osten nach Westen abknabbern. 2021 soll der Abriss abgeschlossen sein.

Die Brückenteile für den 300 Meter langen Neubau werden in einer Art „Stahlwerk“ im Westen zusammengeschweißt, bevor die 30 bis 60 Meter langen Stahlteile von Westen nach Osten von Pfeiler zu Pfeiler geschoben werden.

Der Bau beziehungsweise Abriss der Salzbachtalbrücke hatte sich wegen eines Baufehlers verzögert. Eine Baufirma hatte Spannglieder in der Brücke angebohrt, weshalb die Brücke anschließend nur auf zwei Fahrstreifen befahrbar war. Im Herbst 2019 wurde die alte, 1963 errichtete Brücke baulich ertüchtigt, damit wieder drei Fahrspuren eröffnet werden konnten. Nach dem katastrophalen Brückeneinsturz von Genua im August 2018 hatte das Land Hessen angeordnet, die Stabilität der Salzbachtalbrücke alle zwei Wochen zu kontrollieren.

Mit großem Aufwand waren die Breiten der Risse gemessen worden, um festzustellen, ob diese sich vergrößern. Diese enge Taktung soll Assauer zufolge nun aufgegeben werden und die Prüfungen nur noch zwei Mal im Jahr erfolgen. „Die Verstärkungsmaßnahme hat funktioniert“, begründet dies Assauer. Allerdings ist ein weiteres Kontrollmonitoring in Betrieb, das Veränderungen an der Stahlkonstruktion kontinuierlich misst.

Die Salzbachtalbrücke gehört zu den Brücken mit dem schlechtesten Bauzustand. Sie war 1963 für lediglich 20 000 Fahrzeuge am Tag ausgerichtet worden, Hessenmobil rechnet damit, dass in fünf Jahren 100 000 Autos darauf fahren werden.

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