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Wiesbaden: Rettungsdienst statt Rockkonzert im Schlachthof

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Belegschaften der Wachstationen in Wiebsaden werden dezentral untergebracht, um das Ansteckungsrisiko mit Corona zu verringern.

Der Rettungswagen vor dem Schlachthof ist dieser Tage kein Zeichen dafür, dass dort jemand Hilfe braucht. Der Schlachthof beherbergt die Besatzung eines Rettungswagens des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB). Um das Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken, gering zu halten, werden in Wiesbaden die Rettungs- und Notfallsanitäter dezentral untergebracht, damit im Notfall die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet bleibt.

Die 19 Rettungs- und Krankentransportwagen und Notarztfahrzeuge, die zuvor außer an der ASB-Rettungswache in der Bierstadter Straße an fünf weiteren Rettungswachen standen, wurden auf elf Standorte im Stadtgebiet verteilt. Diese befinden sich unter anderen im Dresdner Ring, in der Rennbahnstraße in Erbenheim und am St. Josefs-Hospital und den Helios Dr. Horst Schmidt-Klinken.

Schicht im Heidehäuschen

„Im Schlachthof sind unsere Leute gut aufgenommen worden“, sagt Jeff Mertens, Bereichsleiter des ASB-Rettungsdienstes Westhessen. Sie logieren dort, wo sich ansonsten Rockstars auf ihren Auftritt vorbereiten: In der Backstage-Area. „Sozialräume, Liegen, Duschen, eine Küche – alles ist da“, berichtet Mertens. Wie in allen Kultureinrichtungen finden auch im Schlachthof keine Veranstaltungen statt. Auch das idyllisch gelegene Naturfreundehaus Heidehäuschen in der Freudenbergstraße gegenüber des Schlosses ist zur Rettungswache umfunktioniert worden.

Der Rettungswagen 7/83-3 des privaten Anbieters Ambulance Wiesbaden Erich Traudes GmbH hat dort seinen festen Standort. Anstatt in der Wache in der Bierstadter Straße auf den nächsten Einsatz zu warten, können die beiden Sanitäter nun den Vögeln in den Bäumen lauschen. Das fünf Jahre alte Heidehäuschen verfügt über eine großzügige Einrichtung: Schlafräume mit Stockwerksbetten, Duschen, Küche und Aufenthaltsräume. „Die Crew scheint sich wohlzufühlen“, teilt Arno Enzmann von den Naturfreunden mit. Sie habe sich jedenfalls überschwänglich für das neue Quartier bedankt.

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