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Wiesbaden: Müllheizkraftwerk darf die Landschaft nicht verschandeln

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Das Müllheizkraftwerk in Wiesbaden ist höher, als im Bebauungsplan vorgesehen. Jetzt muss der Betreiber K&G nachbessern.

Für die Gestaltung des geplanten Müllheizkraftwerks auf dem Biebricher Dyckerhoffbruch muss sich die Betreibergesellschaft etwas Besonderes einfallen lassen. Damit das große Bauwerk nicht unangenehm in der Landschaft auffällt, reicht es nicht, es lediglich grün und grau anzustreichen.

Die Stadt macht dem Betreiber zur Auflage, die Gebäudehülle städtebaulich nachzubessern. Dies ist der Preis dafür, dass das Müllheizkraftwerk, das einmal 70 000 Tonnen Wiesbadener Hausmüll verbrennen soll, 45 Meter hoch sein darf, obwohl der Bebauungsplan nur Gebäude von 20 Metern Höhe vorsieht. Die Abweichung wurde nun unter dieser Bedingung vom Bauausschuss gebilligt; nur die Linken&Piraten und die Grünen stimmten gegen die Befreiung von den Vorgaben.

Das Müllverwertungsunternehmen Knettenbrech&Gurdulic (K&G) hat im Dezember 2019 – ein Jahr später als ursprünglich vorgesehen – die Planungsunterlagen beim Regierungspräsidium Darmstadt eingereicht. Das RP teilt auf Anfrage mit, dass das immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren kurz vor der Offenlegung stehe. Geschäftsführer Steffen Gurdulic hatte im Vorfeld angekündigt, die modernste Anlage im Rhein-Main-Gebiet zu bauen, die die vorgeschriebenen Emissionsgrenzwerte um 50 Prozent unterschreiten soll. Roland Mohr, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft MHKW Wiesbaden, sagte dem Wiesbadener Kurier, dass es erst Anfang 2023 losgehen könne.

Aus ökologischer Sicht ist das Kraftwerk umstritten, da der Umfang der geplanten Wärmeauskoppelung weit unter der Empfehlung des Öko-Instituts liegt.

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